Gestern war das Wetter schön, das war schön. Heute ist das Wetter schlecht, Regentropfen fallen in den Forellenteich und vorallem aufs Land drumherum, das ist auch schön. Zumindest mit Blick auf die allgegenwärtige Trockenheit, ich durfte mich an meinem letzten offiziellen Arbeitstag im Büro nochmal (Klick!) eingehender damit befassen.
Jedenfalls lachte die Sonne, als ich gestern meinen Arbeitsplatz verließ, das war auch schön. Wenn ich jetzt tatsächlich in Ruhestand gehen könnte, das wäre schön, aber ich bin dafür noch etwas zu jung – was ja auch irgendwie schön ist. Wohlverdient wäre er dennoch, wenn Sie mich fragen, aber mich fragt ja keiner, und die Rentengesetzgebung ist da auch (noch) anderer Meinung. Also, mal schauen, was die Zukunft bringt, das wird hoffentlich auch schön.
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An der Bushaltestelle im Nachbardorf stehen die Erstklässler, die Ranzen auf ihren Rücken sind fast größer als die Kinder selber. Mit den Schuhspitzen stehen sie an der Kante vom Bürgersteig, man hat ihnen eingebläut, ja nicht unvorsichtig auf die Fahrbahn zu treten.
Also stehen sie da und beugen ihre kleinen Körper nach vorne und recken die Köpfe, wann denn nun endlich der Schulbus da hinten auf der Straße zu sehen sein wird. Ganz aufgeregt sind sie, sie recken die Oberkörper und recken die Köpfe, und als der blaue Bus endlich in ihr Blickfeld gerät, kreischen und juchzen sie, zappeln und springen an der Bushaltestelle auf dem Bürgersteig herum. So eine Freude. Das war schön. (Kurz möchte ich ihnen zurufen Kinder, Kinder, wenn Ihr wüsstet!, aber das mache ich natürlich nicht, sondern ich beschließe, mich ab sofort genauso fröhlich auf die Zukunft zu freuen wie die Erstklässler sich auf den herannahenden Schulbus.
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Eine junge Wildkatze haben wir entdeckt, das war schön, und mit ein bisschen Glück wohnt sie tatsächlich in der besagten Gegend, das wäre überhaupt das Allerbeste. Wildkatzen bekommt man nicht so oft zu Gesicht, und noch gelten sie als äußerst selten, aber: Bingo! Und das Ganze sogar bestätigt von den Wildkatzenexperten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, da wandert unsere Wildkatze nun in die Datenbank.
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Auf der Weide bekommen zwei Kälbchen ihre Fünf Minuten, sie rasen hin und her und machen Bocksprünge wie junge Zicklein, sie buckeln und hopsen und rennen, und ich bleibe stehen und beobachte das Schauspiel, wie schön ist das denn bitte.
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Jedenfalls wollte ich für ein kurzes Sonnenbad auf einer Sitzbank im Städtchen Platz nehmen, und da fiel mir auf der Bank diese Kritzelei ins Auge, die ich – trotz der angefügten, etwas unbeholfenen Zeichnung – doch für sehr schön befand. Für herrlich geradezu.
Das mag daran liegen, dass ich schon erfahren durfte, was in Städten wie Berlin oder München aggro-pubertierend auf Bänke und Wände gekritzelt und geschrieben und geschmiert wird, das sind dort in der Regel Begriffe, die ich weder denken noch aufschreiben, geschweige denn in den Mund nehmen möchte. Im Städtchen aber: Der Pimmel-Lord war hier, und auch sonst ist im Odenwald die Welt eben offenbar noch halbwegs in Ordnung.
Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass man in diesen komplett durchgeknallten Zeiten wieder viel öfter Was schön war erwähnen und erzählen sollte, ich nehme mir das mal vor, ich habe ja zukünftig auch deutlich mehr Zeit. Naja, Sie wissen schon.
Sonne und schönes Wetter, hüpfende Kinder, eine echte(!) Wildkatze, übermütige Kälbchen und eine kleine Straßenkunst: Das ist wahrlich vieles, das schön war.
(Ich erwähne ja täglich drei Dinge, die mich zufrieden machten.)
… ein echt gute Vorsatz – Danke, Emil. Und überhaupt: Ein echt schöner blog ist das hier!
Schönes WE an alle!