Es mag unbescheiden klingen, aber es wurde einmal mehr der Beweis erbracht, dass unsereine bis Drei zählen kann. Und noch ein bisschen darüber hinaus. Jedenfalls entdeckte ich unter Uschi dieser Tage ein Küken. Tags drauf ein zweites und ein drittes und ein viertes und ein fünftes. Noch einen Tag später ein sechstes und ein siebtes und ein achtes und ein neuntes.

Es sieht also so aus, als hätten wir uns tatsächlich mit dem klitzekleinen Zwerghähnchen einen echten – wie soll man sagen? – einen echten Kracher ins Haus geholt. Wir waren es von den imposanten, riesigen Australorp-Hähnen gewöhnt, dass sie zwar imposant und riesig sind, noch dazu wunderhübsch anzusehen, dass sie (wie so chauvinistische Schönlinge mit fetten Goldketten) täglich dicke Arme machen und die Hennen bezirzen. Aber in Sachen Fortpflanzung und Familiengründung leider nicht wirklich zu gebrauchen sind. Wie im richtigen Leben!, möchte man hier anfügen.
Und nun kommt also so ein Österreichischer Winzling daher, der zwei Köpfe kleiner ist als die Hennen, wir machen uns dauernd Sorgen um sein leibliches Wohlergehen in dieser Truppe XXL-Hennen, der lacht sich derweil schief über uns, verdreht meiner Uschi den Kopf, und ZACK!, sind neun Küken da. Ja, nee, is klar. Da guckt die selbsternannte Hühnchen-Expertin (=icke) aber schön dumm aus der Wäsche.

Damit es uns also nicht langweilig wird auf dem Lande, haben wir nun ein paar Umbauarbeiten im Auslauf vornehmen müssen, um Uschi und die Kleinen vom Rest der Hennen zu trennen, damit die Küken erstmal in aller Ruhe im Leben ankommen können. Ich führe mich derweil selber auf wie ein aufgeschrecktes Huhn, renne alle halbe Stunde zu der alleinerziehenden Mutter, um zu gucken, ob alle wohlauf sind, um zu horchen, ob alle noch atmen. Tun sie bisher. Außerdem fressen, trinken, kacken sie. Zwischendurch dösen sie in der Sonne. Was will eine Mutter mehr?
Falls Sie also mal eine Ablenkung vom Tosen der Welt, vom Tosen der Politik brauchen, hier werden Sie geholfen.
Naja, Sie wissen schon.

Ansonsten werde ich mir dieser Tage mal das Hähnchen beiseite nehmen und mich bei ihm in aller Form entschuldigen für meine Fehleinschätzung. Ich hatte mich zwischendurch sogar heimlich ein bisschen lustig gemacht über ihn, ob seiner Körpergröße und ob seines vermeintlich aussichtslosen Bemühens um die Gunst der Hennen. Immer diese Vorurteile, und dann noch aufgrund von Äußerlichkeiten, da habe ich ja mal schön danebengegriffen. Asche auf mein Haupt. Immer gut, wenn man auch in meinem hohen Alter noch dazulernt. Und sei es von einem kleinen österreichischen Zwerghähnchen.
Awwww!
Die kleinen sind so entzückend, da könnte man den ganzen Tag zuschauen, geht mir bei meinen Küken auch so.
Zum Kugeln schön. Gratuliere. Auch dem stolzen Erzeuger.
Wenn die groß sind, gibt es ein Menge Eier.
Ooooh sind die niedlich. Besonders die dunklen. Putiput.
Der Mensch ist voller Vorurteile aber Uschi und Hähnchen haben uns gezeigt, was geht. Schmacht…..