Ich könnte den ganzen Tag Raps glotzen. Geht aber nicht, Termine, Termine, Büroarbeit, Büroarbeit. Aber wenigstens zwischendurch auf den Hunderunden. Und bei Fahrten über Land. Das Bild da oben habe ich heute bei der morgendlichen Runde um die Ecke vom Büro im Städtchen geknipst, Arbeiten, wo andere Urlaub machen, ich sags ja.

A propos Fahrten über Land, da hat eine Familie aus dem Landkreis irgendwas missverstanden. Man(n) meinte wohl, das zulässige Maximalgewicht müsse bei jeder Fahrt erreicht werden, also haben sie sich zu siebt (!) in das Auto geklemmt und sind losgefahren. Drei Erwachsene und vier Kinder, wenn ich das richtig verstanden habe. Fünf Leute alleine auf der Rückbank, unangeschnallt, logo. Der Herr am Steuer hatte zwar keinen Führerschein, dafür aber Drogen im Blut. Hier (Klick!) können sie das nochmal genauer nachlesen, auf den zweiten Blick ist das nicht soooo lustig, wie es auf den ersten klingt. (Kopfschüttelnd ab)

Im Übrigen wurde am Forellenteich ein Monsterfischbeschluss gefasst. Wir werden die uralte Forelle von den Ausmaßen eines Kleinwagens nicht fangen können, soviel steht nach mehreren Beratungen am Ufer fest. Entweder werden Angeln oder Kescher zerstört, oder einer von uns wird kopfüber von dem Monsterfisch in die Fluten gezogen und verschwindet darin auf Nimmerwiedersehen, nein, also bitte, das alles können und wollen wir nicht riskieren.

Damit nun aber die Monsterforelle nicht die Babyforellen frisst, werden wir sie reichhaltig füttern. Also, die Monsterforelle. Immer Futter rein in Hals. Rein in den riesigen finsteren Schlund, den sie uns hin und wieder schon furchterregend präsentiert hat. Füttern und verwöhnen, um sie von Schlimmerem abzuhalten. Appeasement-Politik am Forellenteich.

Was Appeasement genau heißt, musste ich selber nochmal googlen, und wir wollen doch mal sehen, ob das in diesem Fall aufgeht. Erinnert einen so oder so an die derzeitigen Lage, das Ganze. Die große weltpolitische Misere am idyllischen Teich. Naja, Sie wissen schon.

Und sonst so? Habe ich mich heute mit dem Flüsschen Morre und den Belastungen auf der Basis des Makrozoobenthos im Rahmen der Fließgewässerbewertung nach WRRL befasst (ja, da staunen Sie, ich staunte auch), außerdem mit der aktuellen Waldbrandgefahr (auf die bitte achten, falls Sie am Wochenende im Grünen angrillen wollen, etliche Grillplätze in der Region sind schon gesperrt).

Dann habe ich mir noch erklären lassen, wieso die aktuellen Sparpläne von Frau Bundesgesundheitsministerin Warken (oder von der Nina, wie man hierzulande sagt) aus Sicht vieler kommunaler Krankenhäuser in ländlichen Regionen als Katastrophe gewertet werden (um es mal vorsichtig und in meinen Worten zu formulieren). Das ist insofern wichtig, als die Sparpläne morgen im Bundeskabinett beraten und so halbwegs auch beschlossen werden sollen, und wenn ich das richtig verstanden habe, fahren dann ab kommendem Jahr jede Menge ländliche Krankenhäuser endgültig an die Wand. Aber vielleicht sind das auch nur Unkenrufe, oder ich habe es überinterpretiert, Journalisten neigen ja dazu, aber wir werden in einem Jahr darauf nochmal zurückkommen, versprochen.

Zum guten Schluß habe ich beim Tierarzt meines Vertrauens zwei Anti-Zecken-Tabletten von der Größe eines Daumennagels erstanden und dafür 75 Euro auf den Tisch des Hauses geblättert. Erzählen Sie mir jetzt bitte nichts von irgendwelchen supidupi Wundermitteln gegen Zecken, wir haben sie alle durch, und ich bin es leid, das ewige Herausgefummel dieser widerwärtigen Drecksviecher, während die Hunde schreien, als hinge ihr Leben am seidenen Faden. Frau Dr. Margot Wichtig fängt schon an zu schreien, in den allerschrillsten Tönen, wenn ich die Zecken in ihr nur scharf angucke, die Nachbarschaft glaubt dann jedes Mal, bei uns ist wieder Schlachttag. Außerdem bin ich es sowas von leid, barfuß auf vollgepumpte, blutspritzende Zecken zu treten, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie leid ich das bin. Jetzt ist Ruhe. Für 75 Euro. Aber immerhin Ruhe.

So sei es und so bleibe es, bis in Ewigkeit, Amen.

6 Kommentare zu “DieS und dAs.”

  1. Danke für den Blick vom Forellen- über den großen Teich. Ja, appeasement-Politik war (und ist vermutlich auch aktuell) nicht erfolgreich. Aber: Was nun?
    Eine herzliche Bitte alle Berufs-Politiker’innen: Aus der Geschichte lernen…! Schöne Grüße!

    1. „Aus der Geschichte lernen“ geht schon deshalb nicht, weil in der Politik stets die gleichen Charaktertypen unterwegs sind. Auf allen Seiten. Es sind die, die politischen Gestaltungswillen haben, vulgo: „über andere Menschen Macht ausüben wollen“. Diese Hoffnung habe ich verloren.

  2. Sieben Leute im Ford Focus, davon vier Kinder. Pff! Ist ja lächerlich! Sieben junge Erwachsene im Ford Fiesta, dazu zwei Kisten Bier im Kofferraum, das habe ich 1987 schon geschafft. Stand aber nicht in der Zeitung. (War auch besser so.)

  3. Ich hab tatsächlich mal im Internet recherchiert nach dem Ausmaß, dass Forellen erreichen können und habe erfahren, dass Regenbogenforellen bis zu 120 cm lang werden können mit einem Gewicht von über 10 kg. D.h., die Forellenteichregenbogenforelle (ich liebe dieses Wort!) hat diese Maße wohl schon übertroffen!
    Eine Frage wegen der Fütterung: Da ich Lachs liebe, habe ich da auch mal recherchiert und zwar bezüglich „Aquakultur“und erfahren müssen, dass diese aquakulturierten Lachse u.a. mit Weizen gefüttert werden (abgesehen davon, dass ihnen die rote Farbe auch noch künstlich beigefügt wird, ich hab vergessen wie)! Da Lachs ja besonders wegen des hohen Omega 3 Gehalts beliebt ist, fürchte ich, dass dieser kultivierte Lachs nichts mehr davon bietet, abgesehen davon stelle man sich mal vor: Weizenzufütterung!! für Fische! Seitdem ist meine Begeisterung für Lachse merklich abgeklungen. Wildlachs gibt es nur im Sommer, ich denke, der Preis wird dann sowieso unerschwinglich sein.
    Jetzt habe ich von Forellen zu Lachsen einen ganz schönen Schwenker gemacht, ich kam darauf, da ich denke, die Monsterforelle soll auch auf diese Art künstlich ernährt werden. Und die Babyfische, die werden sich doch auch an den Krumen, die bestimmt abfallen gütlich tun, wird dann der Forellenteich bald voller ungesund ernährter Nicht-Mehr-Babyfische sein?
    Dazu fällt mir jetzt tatsächlich diese Menschenmenge ein, die sich in das kleine Auto gequetscht hat … könnte der Teich bald auch so aussehen?

  4. Dankeschön! 😆 ersten hab ich jetzt so eine riesen Forelle vor Augen, die wie im Bilderbuch „armer Petterson“ (einen riesen Hecht versucht er allerdings da zu angeln) furchterregend das Maul aufreißt.
    Zweitens weiß ich auch genau, wie das mit den Zecken ist und wir haben auch so riesen Tabletten erstanden. Aber warum ich natürlich laut gelacht habe, ist der Leidensruf des Hundes. Nein, dass wollen wir doch nicht.
    Einen schönen ersten Mai
    Liebe Grüße
    Nina

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