Hurra, wir leben noch. Wir haben uns durch den Schnee gekämpft, durch Matsch und Eis, dann wieder durch matschigen Schnee, durch gefrorenen Matsch, durch braun-vermoddertes Eis. Wir haben täglich viermal Hunde geputzt, Schuhe geputzt, wieder und wieder, haben uns durch knietiefen Modder zum Hühnerstall vorgearbeitet, dann wieder Schnee geschippt, vor dem Haus, hinter dem Haus, im Hühnerauslauf, dann wieder Schuhe geputzt, nebenher den Lebensunterhalt verdienen müssen, eine Vernissage vorbereitet und ein Buch geplant, dann wieder Hunde geputzt, Autos freigeräumt, Windschutzscheiben freigekratzt, geächzt, gestöhnt, geflucht. Tagelang, wochenlang.

Und jetzt ist plötzlich Sommer.

Zumindest für Odenwälder Verhältnisse. Im Städtchen sind nackte Beine und kurzärmelige T-Shirts unterwegs. 10 Grad plus, da reißt sich der echte Odenwälder schwitzend die Kleider vom Leibe. Ich habe immerhin schon die dicken Winterstiefel mit den weltbesten Spikes in die hinterste Ecke des Kellers verbannt, aber immernoch griffbereit, man weiß hier nie. Eine Region, die im Untertitel Badisch-Sibirien heißt, ist bis in den April hinein für Überraschungen gut. (Petrus, bitte!!! Verschone uns, ich kann es nicht mehr sehen. Eindringliche Anm.d.Red.)

Mit anderen Worten: Man kommt zu nix. Das muss diese Langeweile auf dem Lande sein, von der die Großstädter gerne mitleidig berichten.

4 Kommentare zu “Man kommt zu nix.”

  1. Auf das Buch bin ich gespannt :-).
    Ansonsten: Hier haben wir fast 20 Grad, zumindest gefühlt, und ich staune, dass ältere Leute – also noch älter als ich – beim Spazieren ihre Winterjacken anhatten. Mir war der leichte Pulli schon zu warm.

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