Dies und Das am Freitag

8. Juli 2022

Dies und das, zu mehr reicht es derzeit nicht, wir hangeln uns irgendwie durch die Tage und Wochen, eilen von Termin zu Termin, privat, dienstlich, ehrenamtlich, nebenberuflich, es ist anstrengend. Wird aber besser. Ich weiß nicht, wer mal behauptet hat, auf dem Lande, da sei doch nix los, es handelt sich hierbei definitiv um eine krasse Fehleinschätzung.

Corona-Testzentrum im Odenwald.

Wir hatten immer noch kein Corona, fast macht mir das ein schlechtes Gewissen. Gefühlt sind alle krank oder zumindest positiv, bloß wir nicht. Sogar eines meiner Lieblingscafés im Städtchen hat den Betrieb vorübergehend eingestellt, wegen Corona, siehe oben. Allerdings war ich dieser Tage dienstlich unterwegs bei einer Veranstaltung, bei der das Wort von der Pandemie offenbar ein Fremdwort war, alle saßen indoor ohne Fenster press aufeinander, keine Maske weit und breit, man herzte und küsste (mich zum Glück nicht), man reichte sich zum Gruß die feuchten Hände, und alles war wie früher. Wenn ich es mir da nicht eingefangen habe, bin ich quasi unsterblich, und nun warte ich jeden Morgen auf die ersten Symptome.

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Wir haben in einem Restaurant die Kellnerin nachhaltig genervt, sie musste unsretwegen die Rechnung ein zweites Mal ausdrucken. Wir hatten sie darauf hingewiesen (sehr freundlich, sehr dämlich), dass sie uns mehr als 30 Euro zuwenig berechnet hatte. Also Rechnung nochmal stellen. Blöd, sowas. Fürs nächste Mal wissen wir bescheid, wir werden sie mit derlei Kleinigkeiten nicht mehr behelligen. Aber das Essen war vorzüglich, da beißt die Maus keinen Faden ab.

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Ein echter Lichtblick: Leni. Leni kommt aus Griechenland und ist nach einer gewissen Odyssee nun im Odenwald gelandet, ja, so kanns gehen. Sie hat sich das mit dem Odenwald nicht wirklich ausgesucht, aber sie wird (wie wir einstmals auch) gefälligst lernen, dass Odenwald super ist. Noch ist sie scheu und schüchtern, aber wir können ihr beim Aufblühen quasi zugucken. Ersthund Lieselotte guckt auch zu und läßt Leni nicht aus den Augen, da entwickelt sich eine Art Dreamteam, will mir scheinen. Wegen Fotos müssen Sie sich bitte noch gedulden, wir arbeiten dran.

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Ich war in München, ich muß da nächste Woche nochmal hin, und ich frage mich ernsthaft, wie ich es 25 Jahre in einer Großstadt ausgehalten habe.

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Das kleine Museum im Nachbardorf hat den weltweit ersten Livestream aus eben jenem Nachbardorf organisiert, ich durfte ehrenamtlich mitwirken. Das war ein gewisser technischer Aufwand, aber zeitweise begehrten 400 Menschen digitalen Einlaß zur Live-Ausstrahlung, ich meine: Hallo? Wie großartig ist das? Wenn Sie das verpasst haben, hier auf unserer Museumswebsite können Sie die Vorträge und Gespräche noch mal nach-gucken.

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Und a propos Nachgucken: Kennen Sie DeutschRand? Eine Serie, die der SWR produziert hat, und die erste Folge spielt natürlich wo? Ja, klar: Im Odenwald. (Das war jetzt nicht schwer.) Andere deutsche Regionen sind auch dabei, googlen Sie das mal in der Mediathek, aber die Odenwald-Folge ist natürlich die wichtigste. Ich fand sie nach dem ersten Gucken nur so semi, aber inzwischen bin ich tatsächlich deutlich angetan. Der Autor ist übrigens nach seinen Recherchen und nach der Produktion wieder in seine Heimat zurück-gezogen, in den: richtig!, Odenwald.

  • 6 Kommentare
  • Gabriela 8. Juli 2022
    Antworten

    … mir hat der swr-Beitrag gut gefallen … merci vielmals – wie der Odenwälder so sagt …

  • Jutta Kupke 9. Juli 2022
    Antworten

    Sehr gerne als Morgenlektüre nach dem Frühstück gelesen,
    amüsiert, Kopf geschüttelt und bewundert !
    Danke für den Artikel.
    Liebe Grüße aus dem Frankenlande

  • Juliane 9. Juli 2022
    Antworten

    Moin,
    endlich wieder Nachrichten aus dem Odenwald!
    Leni ohne Foto, also bitte!

  • C Stern 9. Juli 2022
    Antworten

    An dieser Stelle darf ich mich auch über eine noch nicht erfolgte Corona-Erkrankung outen. Schlechtes Gewissen habe ich deswegen keines – ich möchte viel eher darauf hoffen, mir dieses Virus weiterhin nirgends einzufangen. Doch die Hoffnung schwindet, da ja meine kleinen Freunde rundherum ihre Viren kräftig herumniesen.

    Auch am Stadtrand und im Grünen kann’s durchaus laut zugehen, vor allem, wenn sich Menschen im Beziehungsleben nicht im Griff haben. Nachbarschaft ist meistens auch nicht das, was man sich aussuchen kann … Man kommt darüber ins Grübeln, den Stadtrand doch noch gegen das echte Landleben einzutauschen, mit sicherer Entfernung zum nächsten Nachbarn.

    Viel Freude mit Leni!

  • Alwin 9. Juli 2022
    Antworten

    Ich hatte gehofft, endlich zum erlauchten Kreis der Corona-Infizierten zu gehören, aber alle Tests waren negativ. Sieht so aus als hätte mich, wie jedes Jahr, nur die gemeine Sommergrippe erwischt gehabt. Symptome und Verlauf waren auch wie immer, ach, wie ist das langweilig hier aufm Land, sogar die alten Viren zirkulieren.
    Viel Spaß mit der jungen Griechin! Ich freue mich schon auf neue Hundestorys.

  • Südlurker 11. Juli 2022
    Antworten

    Sie Glückliche, halten Sie es (ganz ohne schlechtes Gewissen bitte) weiter so. Ich habe Corona getestet und kann es selbst mit Dreifachimpfung nicht weiterempfehlen. Ein Fall für Ein-Sterne-Bewertung.
    Vielleicht haben Sie ja auch das Virus in niedriger Dosis schon abbekommen? Die einzige in der Familie, die sich nicht infiziert hat, ist meine Frau. Die hat berufsbedingt quasi täglich damit zu tun, wie Sie ja in gewisser Weise auch.

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