Donnerstags-DiesundDas

17. März 2022

Wieder fünf Tage rum, wenn ich schon den Kalender nicht mehr wirklich überblicke, dann sind doch die Medikamenten-Düppelchen ein guter Zeit-Messer. Die Pillen sind fürs alte Hündchen, wir versenken seit Monaten hunderte von Euros in den bunten Becherchen, aber was tut man nicht alles.

Das alte Hündchen ist ja nicht nur alt, sondern auch hochgradig dement, ich erwähnte das hier und da schon. Das führt unter anderem dazu, dass sie in ihrer Demenz vergißt, dass sie kein junger Hund mehr ist, sondern stramme 17 Jahre alt und wacklig. Sie springt freudig an mir hoch wie ein Gummiball, wenn sie mich mal für drei Minuten aus den Augen verloren hat, und dann fällt sie wie ein nasser Sack zu Boden, wahlweise in den randvollen Wassernapf oder ins Katzenklo. Dass das wiederum doof ist, weil nass oder peinlich, das hat sie auch vergessen, wir lachen dann herzlich, und sie wedelt mit dem (nassen) Schwanz und verzieht die Lefzen zu einem Grinsen. Wenn doch alles nur so einfach wäre. Oder so (halbwegs) lustig.

Ich hätte die Geschichte vorhin bei den Freunden erzählen sollen, wie das Hündchen mal wieder in den Wassernapf gestürzt ist; wir saßen beim spontanen Kaffe und redeten über dies und das. Was man Dies und Das halt so redet aktuell, Corona, Krieg und Putin, es war alles in hohem Maße unerfreulich. Wollen wir nicht wenigstens zum Abschluß noch irgendwas Schönes erzählen, oder wenigstens was Lustiges? fragte ich naiv in die Runde, und dann starrten wir alle für eine Moment angestrengt und schweigend auf die Tischplatte, erfolglos.

Worüber überhaupt noch reden, worüber noch schreiben? Dazu las ich (Klick!) diesen Text einer ratlosen Kollegin in der Zeitung, und er spricht mir sehr aus dem Herzen. Ich empfehle die Lektüre dringend. Ja, ich bin auch mitunter ratlos, was ich hier in diesem Blog über das Landleben derzeit schreiben soll. Weltgeschehen einordnen? Ganz sicher nicht. Lustige Beobachtungen aus der Provinz, zwecks Ablenkung? Naja, vielleicht. Ach, es ist kompliziert. Trotzdem werde ich Ihnen morgen wieder einen Text präsentieren, der so gar nichts mit Corona oder mit Putin zu tun hat, wenn Sie für derlei Belanglosigkeiten keinen Nerv haben: volles Verständnis, dann klicken Sie morgen einfach gleich weg, oder gar nicht erst rein.

Ansonsten darf ich Ihnen vermelden, dass unser kleines großes Dorfmuseum endlich in die Saison 2022 startet, und wenn Sie dabei sein möchten, notieren Sie sich am besten schon mal den 27. März, 14 bis 17 Uhr. Sie können dann für ein paar Stunden mal so tun, als wäre nix gewesen, und abtauchen in Geschichte und Geschichten aus dem Odenwald.

Im Übrigen haben wir beim Museum eine Anfrage aus Hollywood, naja, also zumindest nehmen wir das an, auf jeden Fall sind wir da an einer ganz heißen Sache aus der Filmindustrie dran, die das kleine Wagenschwend in den Fokus der glitzernden Kinowelt rücken könnte, mindestens, und am Ende bekommt unser Museumsleiter noch so einen Stern auf dieser Straße da in Kaliforniern oder wo das ist. Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, bitte sehr, im neuen Museums-Newsletter können Sie das alles nachlesen, (Klick!) hier entlang, die Herrschaften.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muß die Tabletten für das Hündchen richten, Sie wollen ja nicht, dass es dem guten Tier an irgendetwas fehlt.

  • 3 Kommentare
  • Gabriela 17. März 2022
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    Danke! Insbesondere auch für den Artikel der taz-Kollegin.

  • Hannah 17. März 2022
    Antworten

    Gerade für “Belanglosigkeiten” (so empfinde ich sie allerdings überhaupt nicht), habe ich den totalen Nerv, denn sie entlocken mir so häufig ein Lächeln. Das halte ich momentan nicht für selbstverständlich, wenn ich mich im Netz bewege. Danke dafür!

  • Andrea Stock 17. März 2022
    Antworten

    Auch ich sage danke schön. Für das Teilhaben lassen an freudigen und kummervollen Ereignissen, für die schönen Bilder, für Links wie den obigen und überhaupt!

    Herzliche Grüße

    Andrea

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