WMDEDGT

5. Februar 2021

Für die neuen Blog-Leser: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?, kurz wmdedgt, das will jeweils am Fünften eines Monats die freundliche Bloggerin aus der digitalen Nachbarschaft von allen anderen Bloggern wissen. Ich bin immer gerne dabei, um Ihnen einen Einblick in das stinknormale Leben einer selbsternannten Landpomeranze zu geben. Heute ist dabei Freitag, und Freitag ist immer Frei-Tag, so gestaltet sich das Dasein hier auf dem Lande mehr oder weniger unspektakulär.

Morgenrunde mit den Hunden, es kwitscht und kwatscht der Modder, der Schlamm, im Wald unter den Gummistiefeln. Weltbeste Gummistiefel übrigens, Gummistiefel gehören ja zu meinen Lieblings-Themen hier auf dem Blog, treue Blogleser wissen das, meine haben ein kleines Vermögen gekostet, halten aber hoffentlich, bis ich 100 Jahre alt bin. Ansonsten piepsen die Vöglein im Walde, als sei es schon Frühling. Die werden schön dumm aus der Wäsche gucken, wenn es ab Sonntag wieder schneien wird.

Es kwitscht und kwatscht schlammig und stinkend leider auch aus dem Abfluß in der Küchenspüle, so fängt der Tag gut an. Beim letzten Mal holte der freundliche Rohrreinigungsfirmen-Fritze gefühlte 130 Kilo altes Frittenfett und 180 Liter verfaultes Bier aus den Abflußleitungen unter dem Keller heraus, es war eine olfaktorische Herausforderung der besonderen Art, mein Geo wurde ganz blass und machte merkwürdige Geräusche aus dem Halse, die mich das Schlimmste ahnen ließen.

Es erinnerte uns aber doch auch wieder an die traditionsreiche Vergangenheit unserer Immobilie. Die war ja mal ein Gasthaus, lang, lang ists her, aber die Relikte in den Abflußrohren halten sich. Ja, er komme gerne, ruft der Rohrreinigungs-Mann ins Telefon, und ich bin sicher, er hat keinen Schimmer, worauf er sich da einläßt und seinen letzten Einsatz hier schlichtweg verdrängt. Wahrscheinlich wird die Firma uns danach endgültig auf die Schwarze Liste setzen. Wir halten Sie diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden.

Kleine Fachsimpeleien mit den Kollegen der Fotogruppe Osterburken, natürlich per Whatsapp. Sehr hilfreich, wie immer, und wenigstens irgendeine Form der Kommunikation. Überhaupt findet alles per whatsapp oder zoom oder per Telefon statt, überhaupt kommunizieren wir dauernd in der Gegend herum, um nachzufragen, wie es den Menschen in unserem Freundes- und Bekanntenkreis geht. Überall das selbe Thema, fast überall die selben Antworten. Naja, Sie wissen schon.

Banger Blick ins Internet, für sowas ist am Frei-Tag Zeit. Meine Lieblingszeitschrift Agrar heute warnt mich vor der Vogelgrippe, die kommt immer näher. Das hat uns grade noch gefehlt. Nicht auszudenken, wenn ich die Hühner eingesperrt im Stall halten müsste. Unser Rüdiger würde daran zerbrechen, ganz bestimmt. Noch bricht ja nur seine Stimme, jeden Morgen, wenn er Krähen übt, aber eingesperrt sein mit den bösen Althühnern, nein, das gäbe ihm den Rest. Ach, es ist ein Elend. Andererseits: er hat ja seine drei genauso dämlichen Schwestern, sie tun keinen Schritt ohne ihn und er keinen ohne sie, die Rüdi-Sisters sind quasi unzertrennlich. Vielleicht beschützen sie sich im Stall gegenseitig, wir können es nur hoffen.

Die Rohrreinigungsfirma kann es offenbar gar nicht erwarten, bei uns in den Abflüssen herumzuwühlen, zwei freundliche Kerle stehen schon mittags lachend und maskiert vor der Haustür, erledigen ihr fettiges Handwerk mit Freude und vergleichsweise kleinem Aufwand, und ich lerne, dass man (frau) bitteschön keine Milchreste in die Küchenspüle schüttet. Ich gebe diese Erkenntnis gerne an Sie weiter, Bildungsauftrag undsoweiter, also lassen Sie das. Selbst fettarme Milch bildet Fettklumpen in Abflußrohren, Amen.

Am späten Nachmittag und nach der sauer-Milch-Fettklumpen-Erfahrung noch einmal frische Luft schnappen, Hunderunde mit der Freundin. Gottlob haben wir Hunde, wir müssten uns ansonsten zu Spaziergängen verabreden, wie zwei so ältere Damen im Rentenalter, wie spießig wäre das denn bitte? Also stapfen wir wieder durch Matsch und Schlamm, über Feldwege und an Waldrändern entlang und erörtern die Lage der Heimatvertriebenen nach 1945. Auch gut. Und wenigstens mal nicht Corona-Corona.

Jetzt: Osso buco, vom Feinsten und vom Gatten gekocht. Mit einer Gremolata, oder wie das heißt. Mich dürfen Sie in Küchenfragen nicht fragen. Ich kann nur essen, nicht kochen.

Allseits einen guten Abend.

  • 10 Kommentare
  • poupou 5. Februar 2021
    Antworten

    und wo soll sie stattdessen hin, die saure Milch?

  • Gabriela 5. Februar 2021
    Antworten

    …in die Toilette (Milchreste) oder verkochen, z.B. Kartoffelbrei … wenn’s beliebt.

    Seid froh, daß es mit Schneeresten ‚kwitschen und kwatschen‘ kann; hier gibt’s nämlich keinen Schnee!! Liebe Grüße aus der Stadtund bleibt fröhlich! Gabriela
    Gabriela

    • Hauptschulblues 5. Februar 2021
      Antworten

      In der Toilette geht die Milch auch in das Abwassersystem …
      H. schüttet, wenn es denn mal sein muss, den sauren Rest in den Garten.

      • poupou 11. Februar 2021
        Antworten

        der Garten ist natürlich eine elegante Idee – in einer Berliner Altbauwohnung im vierten Stock bietet sich diese Option eher nicht an – deshalb auch die ernstgemeinte Frage: wohin damit? Via Toilette landet es ja in der Tat am selben Ort wie durch die Küchenspüle? Und mein Kartoffelbrei wär mir zu schade für verdorbene Milch.

  • nina. aka wippsteerts 6. Februar 2021
    Antworten

    Ab und an muss da einfach ein richtig grosser Schwall (nicht nur so ein bischen Kartoffelwasser) heißes Wasser durch die Rohre. Etwas Kaffeesatz ist auch nicht schlecht – man glaubt es kaum.
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse
    Nina

  • Barbara 6. Februar 2021
    Antworten

    der Tipp unseres Sanitärdienstes bei Verstopfung der Küchenspüle, die wohl sehr häufig von Fett kommt:
    die Küchenspüle mit möglichst kochend heißem Wasser füllen, eine halbe Flasche Spülmittel dazugeben und den Stopfen schnell und konsequent ziehen. Durch den Druck, die Hitze und das Spülmittel löst sich der Fettklumpen in der Röhre. Hat bei uns schon mehrfach funktioniert.

  • Eckhard 6. Februar 2021
    Antworten

    Ich verstehe nicht warum man {Frau} Fettreste in den Abfluss gießt…über alles andere was anfällt…freuen sich meine Hühner…

    • LandLebenBlog 6. Februar 2021
      Antworten

      Milch. Ich habe Milch-Reste in den Abfluss gekippt. Frittenfett und Bier war damals von den Vorbesitzern.

  • Claudia 8. Februar 2021
    Antworten

    Ach wie bekannt. Bei uns hat der Abflussdienst einen anderen Tipp gegeben: Regelmäßi größere Mengen ( 1/4 Flasche9 Klarspüler in den Abfluss. Also das Zeug was man auch gelegentlich in die Spülmaschine einfüllt. Sei das effektivste was man nehmen könne…..
    Vielen Dank für die immer tollen Artikel, die mich oft erheitern und zum nachdenken anregen

  • Siewurdengelesen 9. Februar 2021
    Antworten

    Stellen Sie Ihr Licht bitte nicht unter den Scheffel!

    Insbesondere Ihre SW-Aufnahmen und die Weitwinkelmotive auf der Seite der Fotogruppe – und auch hier! – haben einen ganz eigenen Ausdruck und Stil.

  • Antworten auf poupou Abbrechen