Unterwegs.

19. Mai 2020

Diesmal im Reisenbacher Grund. Auch schön. Ich kann Ihnen das empfehlen. Urlaub vor der Haustür und so, naja, Sie wissen schon. Niemanden getroffen, nur ein paar Rindviecher. Also, echte Rindviecher auf vier Beinen. Die zweibeinigen trifft man ja sonst überall.

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A propos unterwegs: Frau Lieselotte ist immer dabei. Auf Wunsch eines einzelnen Herrn und Bloglesers und ganz besonderen (Klick!) Blogschreibers hier mal ein Ganzkörper-Foto von der Dame. Mit Sommerfrisur. Ich habe mich im Übrigen bisher nie gefragt, ob Frau Lieselotte evangelisch oder katholisch ist, aber nachdem sie angeblich aus Südspanien kommt, sollte sie wohl eher katholisch sein. Falls das für irgendwen von Bedeutung ist. Auf jeden Fall passt sie so zumindest bestens in den Odenwald, besonders christliches Hinterland, Sie wissen bescheid.

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An den Corona-Alltag haben wir uns inzwischen ein bißchen gewöhnt, manche Dinge würde ich gerne mit rübernehmen in eine auch un-coronöse Zeit. Ich möchte nicht ununterbrochen fremde feuchte Hände schütteln müssen, ich finde, das zumindest sollten wir beibehalten. Auch die gegenseitige Rücksichtnahme, die ich hier im Supermarkt bemerke, gefällt mir ausnehmend gut.

Was mir hingegen überhaupt nicht gefällt, ist die unselige Kombination Mundnasenschutz und Brille. Einmal durch das olle Stöffchen im Gesicht geatmet – und schon verliere ich den Durchblick. Die Brille beschlägt und ich tappe wie ein hilfloser Trottel durch den Supermarkt.

Ich sehe nicht rechts und sehe nicht links, sondern versuche durch die milchigen Gläser irgendeine Witterung aufzunehmen, Richtung Käsetheke, Richtung Wurstregal. Zum Glück kenne ich den Supermarkt fast so gut wie meine vielzitierte Westentasche, so daß ich am Ende meines Blindfluges einen vollen Einkaufswagen vor mir her schiebe. Dass da manchmal ganz andere Dinge drin gelandet sind als ich eigentlich kaufen wollte, naja, so Sachen passieren halt.

Die Lösung, die Brille gar nicht erst aufzusetzen, ist auch keine Lösung, erspart mir aber den komplett vernebelten Blick. Lieber nichts sehen, als vernebelt nichts sehen, falls Sie verstehen, was ich meine. Jedenfalls sollten Sie an diese meine Geschichte denken, wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt vor mir stehen und mir freundlich zuwinken oder mich gar ansprechen. Falls ich so überhaupt gar nicht reagiere, wissen Sie bescheid. Nein, ich bin keine arrogante Kuh, ich bin eine blinde Kuh. Aber ich habe jetzt mal wieder neue Kontaktlinsen bestellt und freue mich schon darauf, zu sehen, was sich in den vergangenen Wochen alles im Supermarkt verändert hat, ohne, dass ich es je mitbekommen hätte.

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Ich habe ansonsten nochmal ein sehr nettes Gespräch mit den zwei mindestens genauso netten Frauen von Pop the Bubble geführt, das ist ein wirklich spannendes Projekt. Sie können da gerne mal reinhören, einfach dem spotify-link unten folgen, das müsste funktionieren. Oder (Klick!) hier entlang. Die Folgen sind allesamt hörenswert, weil uns die Gesprächspartner quasi zwingen, über unseren eigenen Tellerrand hinauszuschauen, die eigene Bubble-Blase zu verlassen.

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Und ansonsten zählen wir Zecken. Immer, wenn wir unterwegs waren. Was soll man an langen Sommerabenden auf dem Lande denn sonst auch groß tun? Hundebesitzer werden mich verstehen. Ich war ja bisher immer der Meinung, dass der liebe Gott aber mal so einen richtigen Scheiß-Miesepeter-Tag gehabt haben muß, als er die Zecke erfand. Ehrlich jetzt. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe ich neulich mal ein bißchen recherchiert, was es mit Zecken so auf sich hat. Und jetzt halten Sie sich fest: Zecken sind ein absolutes Wunderding der Natur. Da hat der liebe Gott mal alles zusammengefummelt, was er in der Oberstufe an Chemie- und Physik-Lehrplänen kriegen konnte, aber hallo. Wirklich faszinierend. (Klick!) Hier zum Beispiel können Sie das nachlesen, es ist unfassbar. Und wenn das jetzt keine passende Gute-Nacht-Lektüre ist, dann weiß ich auch nicht.

  • 6 Kommentare
  • Lisa 19. Mai 2020
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    Als „manchmal auch Brillenträger“ hier kleine Tipps um den Coronaaltag besser zu überstehen:
    Entweder die Maske soweit wie möglich nach oben auf die Nase und die Brille dann ein Stückchen auf die Maske setzen, hilft erstaunlich gut (selbst getestet) oder ein Stückchen Taschentuch zwischen Nase und Maske, soll auch helfen (hab ich mir sagen lassen.. ;)).
    Und danke Ihnen für die schönen Ausflugstipps, in Reisenbach haben wir kürzlich erst eine Immobilie angeschaut (wir suchen einen kleinen Bauernhof). Hat leider nicht geklappt, aber definitv sehr schön da!

  • N. Aunyn 19. Mai 2020
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    Wow – das Ganzkörperfoto von Liselotte ist sehr gelungen und beeindruckend. Vielen Dank. An dem Sommerhaarschnitt könnte ich mir direkt ein Vorbild nehmen. Wau – wau aus der großen Stadt :-) .

  • N. Aunyn 19. Mai 2020
    Antworten

    Bei uns wird niemand, der an der Tür läutet, gefragt, woher er oder sie kommt. Auch Lieselotte nicht, wenn sie mal den Weg zu uns nach Kreuzberg finden sollte. Und Religion, ob oder ob keine, und wenn ja welche – ist nicht wichtig – genausowenig wie Gefängnis- oder Psychiatrieaufenthalte. Danke für die Erwähnung.

    • LandLebenBlog 20. Mai 2020
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      Beim nächsten Berlin-Besuch komme ich vorbei, wenn ich auch ohne Lieselotte willkommen bin. :)

  • Trudi 21. Mai 2020
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    Es hilft, den Mund-Nasen-Schutz etwas unter die Brille zu schieben. Spreche aus Erfahrung, da ich das Ding ca 8 std jeden Tag trage

  • Lea 21. Mai 2020
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    Vielen Dank für schöne Bilder und Einsichten!
    Neulich in der Landesschau eine Frau gesehen, die sich professionell mit Zecken beschäftigt (https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mima-zecken-100.html) Der Dame kann man auch Zecken zusenden, mit Datum und Ort des Fundes; sie freut sich über solche Sendungen :-) Dann kommt zum Zählen noch das schönste-Exemplar-fertig-machen-zum-Verschicken und damit anderen eine Freude machen..

    Viele Grüße aus Schwaben!

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