WMDEDGT.

5. März 2019

Immer am Fünften eines Monats sind wir aufgerufen, unseren Tag zu dokumentieren, die freundliche Blognachbarin Frau Brüllen will das so, und die Frage lautet Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?, kurz wmdedgt. Also, bitte.

Das morgendliche Ritual wie immer. Aufstehen, Kaffee, Hunde rauslassen, Katze reinlassen, Hühnerstall aufmachen, Hühner füttern, Ziegenstall aufmachen, Ziegen füttern. Nochmal Kaffee. Dann raus mit den Hunden, und später an den See, den Forellen Guten Morgen sagen.

Es gibt kein schlechtes Wetter, blablabla, naja, Sie wissen schon.

Eine mittelgroße Runde bei Regen und eisigem Wind gedreht, angeblich ist das ja gesund. Das alte Hündchen findet das doof, und ich auch, zugegeben. Frau Lieselotte jagt Mäuse und gräbt sich zwischenzeitlich Richtung Erdkern vor.


Unterwegs gefunden, Nähe Wagenschwend. Der Besitzer darf sich gerne melden.

Brotteig angesetzt, Backpulver auf schmutzige Badezimmerfugen geschmiert, Staub gewischt. Ja, so sieht das aus, wenn man mitten in der Woche einen freien Tag hat, der Narretei sei Dank. Dann mit dem Gatten im Bilder-Depot herumfuhrwerkt, antiker Rahmen sucht moderne Kunst.

An meinen Vater gedacht. Der wäre heute Neunzig geworden. Wenn er nicht schon mit Mitte 40 gestorben wäre, an einer fiesen Krankheit, die heute heilbar ist, damals noch tödlich war. Wäre es nach seinen Medizinerkollegen gegangen, hätte er schon mit spätestens Dreißig sterben müssen, aber er hielt dann doch noch deutlich länger aus. Und lebte, prall und intensiv und herzlich unvernünftig, denke ich rückblickend. Und ich habe im Kopf und in Fotoalben das letzte Bild meines Vaters, der jünger ist als ich es heute bin. Ein merkwürdiges Gefühl.

Dem Regen und dem Sturm zuhören, beides fegt ums Haus, rüttelt an Fenstern und Türen. Die Ziegen trauen sich nicht aus dem Stall, die Hühner stolzieren mit wehendem Federkleid durch Matsch und Wetter. Nachher ist im Städtchen der faschenachtliche Kinder-Umzug, das tut mir dann schon wieder leid. Die Hunde liegen vor dem Kamin und schnarchen um die Wette.

Mittagsschläfchen. Was die Köter können, kann ich doch schon lange. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und draußen ein Dauerwolkenbruch. Da schickt man doch keinen Hund vor die Tür, sagt mein Geo streng, und ich muss ihm recht geben. An der Fähigkeit zum Nichtstun muss ich aber noch hart arbeiten.

Zahnschmerzen from hell. Wie soll man da das gepflegte Faulsein genießen, frage ich Sie. Passt zum tristen Wetter. Und zu der Essensverabredung heute abend. Es wird auf ein lauwarmes Süppchen hinauslaufen. Aber vorher noch Ölziehen mit bitterem Sesamöl. Soll angeblich helfen. Prima.

Und dann doch noch mal kurz raus in einer Regenpause. Kalt und windig.

Und irgendwie kann der Tag dann in die Tonne.

  • 5 Kommentare
  • Barbara 5. März 2019
    Antworten

    Oh je :-( Alles Gute für den Zahn und baldige Linderung. Und besseres Wetter!
    Liebe Grüße!

  • Rosi 5. März 2019
    Antworten

    oh
    gute Besserung
    Nelkenöl oder Pulver auf den Zahn
    das betäubt
    und Schwedenkräuter die heilen

    ja das Wetter war nicht schön die letzten 2 Tage

    liebe Grüße
    Rosi

    • LandLebenBlog 6. März 2019
      Antworten

      Danke für den Tipp mit dem Nelkenöl – das hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. Jetzt eben gekauft.

      • Franziska 7. März 2019
        Antworten

        @Rosi Da sage ich auch mal danke! Kaisernatron und Salbeitee wirken bei diesem Marodeur nur bedingt.

        Beste Grüße
        Franziska

  • Hauptschulblues 5. März 2019
    Antworten

    Mit den Kötern geschnarcht hatte H. auch immer. War so ansteckend, dass sogar der Kater dazu kam.

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