WMDEDGT.

5. Dezember 2015

Was wir den lieben langen Tag so machen, das will Frau Brüllen heute wieder von uns wissen, mit der kurzen Frage wmdedgt, was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Nicht viel, es ist ja Samstag, und ich bin ein bißchen ziemlich ausgeknockt. Ein Ort zum Auftanken wäre schön, den fand ich auch gleich heute früh in einem kleinen Dorf nicht weit von uns, allein, das mit dem Auftanken wollte nicht recht klappen, ich kam wohl irgendwie zu spät.

DSC_9778_589

War ja sowieso in ganz anderer Mission unterwegs, obwohl: auftanken könnte man auch in der Kirche. Hubertusmesse in Hornbach bei Walldürn, das machen die da immer so, wenn eine große Jagd ansteht. Hier können Sie mal nachlesen, was es mit der Messe auf sich hat. Normalerweise wäre ich wohl sogar mitgegangen auf die Jagd, meine Treiberqualitäten sind ja legendär, aber diesmal gönne ich mir eine Pause. Zu viele Unfälle in jüngster Zeit in der Region, das macht ein bißchen ängstlich, zu anstrengend das ganze Getreibe und Gebrülle, stundenlang.  Aber die Jagd gehört zum Landleben dazu, der Jägermeister heute ist ein sehr verantwortungsbewußter und naturverbundener Mann, wie überhaupt die ganze Jagdgesellschaft heute da in Hornbach, da kann man gar nichts sagen. Ich esse gerne Wild, da sage ich schon zweimal nichts. Trotzdem fahre ich nach Gottesdienst und Segen wieder heim.

DSC_9780_590

DSC_9781_591

DSC_9790_595

DSC_9793_596

Man kann über die Jagd und über alles Drumherum vortrefflich streiten, über die Uniformen und die Jagdhornbläser, den Segen und das ganze Dschingderassabumm, ich aber habe keine Lust zum Streiten und nehme die alten Traditionen staunend zur Kenntnis, bewundere die Jagdhornbläser und die eine Bläserin, singe mit und höre auf die Predigt, Samstag früh um Neune. Als es ans Niederknien geht, zum wiederholten Male, und ich aber stehenbleibe als gute Evangelische, zum wiederholten Male, da knufft mein unbekannter Hintermann mich in den Rücken. Ich gehe davon aus, es war nur ein Versehen.

Wundere mich aber doch, daß der Schutzpatron der Jäger (und der Hunde, by the way) nun ausgerechnet einer ist, der das Jagen aufgegeben hat. Der liebe Gott war dem Hubertus ja quasi in Gestalt eines veritablen Hirschen erschienen, da warf Hubertus vor Schreck und auch vor Ehrfurcht die Flinte ins Korn und ging nie mehr auf die Jagd, wenn ich das recht verstanden habe. Das verstehe nun, wer will, aber hier können Sie die ganze Geschichte nochmal nachlesen. Ich habe dabei auch gelernt, daß Hubsi nicht nur der Schutzpatron der Jagd, sondern auch der der Metzger und der Mathematiker ist, ja, über die Kombination staunen Sie. Ich auch.

Jedenfalls habe ich, zuhause angekommnen, dann als Kontrastprogramm nochmal den Teufel besucht, mit den Hunden, das hatte ich schon lange vor.

DSC_9798_599

Den freundlichen Gesellen findet man auf einem Feld nicht weit von uns, er bewacht in einem Gebüsch mitten auf dem Acker das alte Quellenhaus, das heute niemand mehr braucht.

DSC_9797_598

DSC_9800_600

Wer in diesen Wochen über unsere Odenwälder Felder geht, und ich tue derzeit nicht viel anderes, der kommt an einem Thema nicht vorbei: an Weihnachten. Das kann man hierzulande nicht verdrängen, überall sägen und hacken sie, die Motoren brummen und die Händies piepsen, die Männer verladen tonnenweise Bäume auf Traktoren und auf LKW, sie donnern haushoch beladen durch die Straßen Richtung Mannheim, Heidelberg und Stuttgart, weil dort jeder einen Tannenbaum aus guter Odenwälder Zucht will, offenbar.

DSC_9794_597

A propos Zucht: Es gibt im WeihnachtsbaumOdenwald um diese Jahreszeit keine zeugungsfähigen Männer mehr, sagt man hier, alle unterwegs in Sachen Christbaumhandel. Ich habe das nicht wirklich überprüft, bin aber geneigt, es ungeprüft zu glauben, wenn ich mich so umschaue.

Jetzt geht der Tag zuende, draußen ist es rappelduster, schon seit 17 Uhr, der Kamin bollert, und auf dem Herd steht ein ganz und gar unodenwälderisches Essen, Grünkohl mit Pinkel, falls hier auch ein Nordlicht mitliest. Ich würde das nicht machen, wenn der Grünkohl nicht in der Biokiste mitgeliefert worden wäre, das gebe ich zu. Ah, Hühnerfutter, hat mein Geo gleich gerufen, als er den Kohl in der Kiste erblickte. Jetzt also machen wir das Beste draus. Grünkohl ist ja angeblich gesund.

 

 

 

  • 3 Kommentare
  • Manuela 5. Dezember 2015
    Antworten

    Du meine Güte, kommst du rum so an einem Tag.
    Ich sitze seit heute früh nur am PC um´die Berichte auf die HPs von mir
    und dem Förderverein zu bringe. Im übrigen hat sich die Zeitung , wo
    ich dich um Rat gefragt habe, gemeldet, bereit mit uns ein Interview zu
    führen….
    Falls die interessiert WAS ich zum Beispiel gestern gemacht habe, kannste
    gerne mal bei mir vorbei schauen, ich werde nun auch Journalistin werden.
    Pressearbeit mache ich ja nun schon, tauche schon überall mit Foto auf,
    wenn um Schule oder Förderverein geht…!
    Und von wegen Grünkohl ist Hühnerfutter, neeee, das kann man essen
    als Grünkohlpasta, Grünkohlauflauf, Grünkohlquiche, usw. wir essen den
    total gern, auch in der von dir geschriebenen Variante.
    Wohl bekomms, habt ihr den jetzt wirklich den Hühner gegeben????

    • LandLebenBlog 6. Dezember 2015
      Antworten

      Naja, also ein Gottesdienst und ein Spaziergang ist jetzt nicht sooo irre viel. Mein Pensum sah schon anders aus. Und Grünkohl war lecker.

  • arboretum 6. Dezember 2015
    Antworten

    Ich bleibe auch immer stehen, aber mich hat zum Glück noch kein Katholik deshalb geknufft.

  • Antworten auf LandLebenBlog Abbrechen

Vorheriger Artikel Irene.
Nächster Artikel Abhängen.