Das Wetter, der Himmel: beides stinklangweilig eher indifferent, als ich jetzt doch mal ernsthaft die neuerstandene gebrauchte Knipse ausprobieren will. Wie ein angegrautes, ungewaschenes, aber doch glattgezogenes Bettuch die Wolkendecke, die Landschaft darunter: naja.

Aber irgendwie muß Petrus mich beobachtet haben, wie ich da am Waldrand aus dem Auto steige, die kleine Kamera in der Jackentasche, und jetzt krempelt er die Ärmel hoch und atmet tief ein. Schickt einen Wind, flüstert irgendwelche Kommandos, anders ist es nicht zu erklären.

Himmel und Landschaft werfen sich plötzlich in Pose, der Himmel verdunkelt sich erst, dann stellt er sich auf wie diese aufgepumpten Typen bei den Mucki-Wettbewerben, hier zuckt glänzend der Bizeps, da schwillt auf Kommando der Stiernacken. Die Landschaft, sie kichert etwas verlegen und erinnert sich dann, was sie draufhat, eine Schülerin auf den Abiturjahrgangsfotos in der Lokalzeitung, im Abendkleid und mit Mutter-Gottes-Frisur, sie lächelt auf Knopfdruck, hebt das Kinn, schiebt eine Schulter Richtung Kamera und stellt einen Fuß dekorativ vor den anderen.

Petrus meint es wirklich gut mit mir und meiner kleinen Kamera, nicht mal nass werden wir. Nur durchgepustet. Und glücklich. Ich mag ja das Weite; und die Wetterwechsel hier auf dem Land. Aber vermutlich wiederhole ich mich, man wird älter, naja, Sie wissen schon.

2 Kommentare zu “Drama, Baby, Drama.”

  1. Der Meinung meiner Vor-Schreiberin kann ich mich nur anschließen — vielen Dank Frau Hofmann!
    Schöne Grüße an blog-Schreiberin und alle -Leser’innen

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