Zwölf Bilder am Zwölften des Monats, same procedure as every month, wie der Italiener sagt, das will die freundliche Nachbarbloggerin von uns, also bitte.

Erstmal mit den Hunden raus, in einen der Lieblingswälder. Morgens wabert hier oft besonders märchenhaft der Nebel durch die Baumwipfel, die Sonne schickt ihre ersten Strahlen und bringt die rot-welken Buchenblätter zum Leuchten, sehr schön ist das, wie eine verwunschene Traumlandschaft. Lange war ich nicht mehr hier. Da also mal wieder die Hunderunde machen.

Um die Pointe vorweg zu nehmen: Ich hätte es bleiben lassen sollen.

Erinnert mich an die Geschichte eines entfernten Bekannten, der sich – als Koch, der er war – einen Lebenstraum erfüllen wollte: Einmal beim Kochgott Paul Bocuse in Frankreich essen gehen. Gesagt, getan. Das Essen, das Ambiente, die Atmosphäre, das alles muss herrlich gewesen sein, und hinterher sprach die Frau unseres Odenwälder Koches die wirklich wegweisenden Worte: Du, der Abend war so unglaublich schön, hier gehen wir nie wieder hin! Eine Entscheidung, die man öfter treffen sollte.

Am Vormittag an einer Festschrift weiterarbeiten, die zu einem 700-Jahre-Jubiläum erscheinen soll, man gönnt sich ja sonst nichts an seinem freien Tag. Ehrenamt ist, wenn man trotzdem lacht. Macht aber auch Spaß, zugegeben.

Ofen anmachen, wird verdammt kalt wieder. Angeblich soll es zum Wochenende hin nochmal schneien. Die Gegend hier heißt ja nicht umsonst Badisch-Sibirien im Untertitel.

Mittags nochmal ehrenamtlich unterwegs, dann Schnäppchen gemacht: 2 Euro 9 pro Liter Diesel. Und ja, wir sind hier auf das Auto angewiesen, es hilft also alles nichts. Irgendwann aber doch mal über ein E-Fahrzeug nachdenken vielleicht.

Noch ein Schnäppchen, das in freier Natur gleich mal ausprobiert werden will: Kamera im Hosentaschenformat, uraltes Modell, aber hochgelobt in Fachkreisen und dementsprechend auch gebraucht noch blödsinnig teuer – aber geradezu verdächtig günstig über Kleinanzeigen.de erstanden. Noch keinen Haken entdecken können. Zwischendurch auf einer Bank in der Sonne mal das Menü studiert, während die Hunde auf einem Acker versuchen, buddelnd zum Erdkern vorzudringen.

Zuhause die Biokiste in Empfang nehmen von dem immer-fröhlichen Fahrer, dessen Deutsch zwar nur rudimentär ist, aber die Verständigung klappt trotzdem gut. Gegenseitige Freundlichkeiten sind offenbar unabhängig von Sprachkenntnissen, es ist jedenfalls immer eine Wonne, wenn er kommt und uns anlacht.

Daraus jetzt irgendeinen Speiseplan für die kommenden Tage entwerfen. Später noch mal ein bisschen zum Thema Dudelsäcke recherchieren. Ist doch naheliegend. Kein Tag ohne Horizonterweiterung, und ich habe festgestellt, dass ich so gut wie nichts weiß über dieses etwas eigenwillige Instrument. Und weil ich mit der Cousine in Neuseeland über Dudelsäcke sprach (worüber soll man denn sonst so reden?), will diese Wissenslücke dringend beseitigt werden. Wer weiß, wozu man Dudelsackerkenntnisse eines Tages noch gebrauchen kann. Naja, Sie wissen schon.

9 Kommentare zu “12 von 12”

  1. Solche Ansichten von Wäldern, die Verwüstungen dieser Art hinnehmen müssen, schlagen sich auf mein Gemüt. Das Entsetzen darüber kann ich vollends nachempfinden.
    Die Biokiste, aus der so viele Köstlichkeiten lachen, ist da fast schon eine Art Wiedergutmachung.
    Liebe Grüße aus Österreich, C Stern

    1. Ich gehe stark davon aus, dass das keine „Verwüstungen“ von profitgierigen Waldbesitzern sind, sondern schlichtweg die zwingend notwendige Entnahme von stark geschädigten Bäumen zeigt. Da blutet auch das Herz der Forstleute. Aber die Fichte – vor allem in Monokultur – hat nun mal keine Zukunft in unseren Breitengraden angesichts der klimatischen Veränderungen.
      Liebe Grüße aus dem benachbarten Hohenlohe

  2. Ja, und: „Tanke Kaffe. Tanke Wärme.“ an der ‚Tanke‘ gefällt mir auch sehr gut.
    Schöne Grüße!

  3. Da ich nahe der Tschechischen Republik wohne, war ich neulich nach langer Zeit mal wieder „drüben“ zum Tanken. Preise sehr erfreulich, der deutsche Andrang an der Tankstelle weniger. Schon von Weitem erkennbar, hing da eine dumpfe, übelriechende Schlechte-Laune-Wolke in der Luft. Na ja, meine Fahrstrecken habe ich bereits auf das Notwendigste reduziert, die Tankfüllung reicht ’ne Weile.
    Anmerken möchte ich noch, dass Nebel nicht märchenhaft wabern können, sondern nur ekelhaft. Das hat physikalische Gründe (Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt, Tröpfchenkosistenz).

  4. In Lindenfels gibt es einen Dudelsackbauer, da war ich auch schon mehrmals beruflich und habe viel gelernt … zum Beispiel, dass kleine Dudelsäcke wie das Hümmelchen (der Name! ♥) wie richtige Musikinstrumente klingen und gar nicht wie ein Kriegsgerät.

  5. Froh, wer einen Ofen hat – an manchen kalten Tagen kleb ich kwasi an der Scheibe, hinter der das Feuer lodert. So lässt sich manches aushalten…
    Was bitte, ist das für eine tolle Jacke mit diesen Lederriegeln? Bitte gerne um Info – ich will bald wieder einen Hund und dann brauch ich glaub uuunbedingt so eine Jacke mit Lederklettriegeln :)
    Der Frühling hat gerade klar die Oberkante mit jeder Amsel, die ihr Lied ruft und jedem Blümchen, das sich Bahn bricht. Da können mich Spritpreise gerade nicht runterholen. Eher noch das Entsetzen über das Agieren einer handvoll verrückter Männer in dieser Welt, denen alle anderen einfach nur zusehen und die, die es wagen zu revoltieren, stehen schnell isoliert da. Man kann es gar nicht in Worte fassen und möchte manchmal mit einer Mini-Bazooka…nun ja…mein Liebster meint, Vasallenmorde hätten noch nie was gebracht, würde die Geschichte zeigen….
    Ich höre wohl lieber der Amsel zu und plane auf den neuen Hund…
    Danke für das Teilen der vielen schönen Bilder und Gedanken. Liebe Frühlingsgrüße

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