Da liegste nichtsahnend und müde im Bett und willst nur nochmal kurz ins Internet schauen, obwohl man das ja vor dem Schlafengehen nicht soll, und da tauchen dauernd Fotos von Polarlichtern aus vielen Teilen Deutschlands auf. Und wie Du noch so denkst, naja, hierzulande hat man sowas ja noch nie gesehen, diese blöden Polarlichter können mich mal, wie Du also da liegst und diese Tatsache bedauerst, schimmert es doch draußen vor dem Fenster plötzlich rötlich durch die Nacht.

Polarlichter. Überm Odenwald.

Mit bloßem Auge blasser, auf dem Handy mit drei Sekunden Belichtung strahlend rot und grün, sowas hab ich ja noch nie gesehen. Bisschen unscharf, die Bilder, aber egal. Fast hätte ich geflennt vor lauter Wonne und Begeisterung. Stattdessen gefroren wie ein Schneider (wieso frieren Schneider eigentlich), weil ja in der Schlaf-T-Shirt-Variante und ohne Schuh und Strümpfe am Fenster in der eisigen Nachtluft. Was tut man nicht alles. Von einem Fenster zum nächsten gerannt. Am Ende unterkühlt, aber glücklich.

Nach einer guten Stunde bibbernd wieder ins Bett, und mit Blick nach draußen eingeschlafen. Jetzt können die Polarlichter mich wirklich mal, der Wecker klingelt doch um Sechs.

Polarlichter. Überm Odenwald. Unfassbar. (Hätten wir das also auch erledigt.)

8 Kommentare zu “Huch!”

  1. Wer hätte gedacht, dass der Odenwald so hoch im Norden liegt …! Schade, dass sich unter dem Polarlicht nicht auch ein Polar Bear gezeigt hat, ist da keiner gerade vorbeigekommen?
    Tolle Fotos, auch ohne Bären!! Vielleicht hätte ich nachts auch mal raus gucken sollen, aber ich hab’s mal wieder verschlafen.

  2. Ging uns genauso. Ich wollte eigentlich ins Bett, Handy ausschalten, als da so ne Nachricht der Wetter App aufgeploppt ist: „Polarlichter möglich“ ..hmmm…. mal schauen…
    Ergebnis : Wir standen ergriffen und begeistert über ne halbe Stunde im Garten und haben den Himmel beobachtet und fotografiert (die ersten 10 Minuten barfuß in den Schlupfschuhen, dann aber doch noch Socken und Mütze geholt)
    Es war mega :-)

  3. Schneider wurden früher öfters mal die, die zu einem anstrengenden Handwerk oder zum Kriegführen nicht die körperlichen Voraussetzungen mitbrachten. Also gern mal die mageren Männlein. Die dann eben leicht frieren.

  4. Und auch in Schleswig-Holstein an der dänischen Grenze. Irgendwie schön, dass wir allesamt die Möglichkeit hatten, dieses fantastische Schauspiel anzusehen. (Tolle Fotos übrigens! Meine sehen dagegen ein wenig putzig aus.)

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