Ich war für Sie gestern nochmal in diesem Draußen, dann müssen Sie das schon mal nicht mehr. Durch den Schnee gestapft und mit dem Handy herumgespielt. Ganz viel Liebe übrigens für all die Landwirte, die nach dem ersten echten Schneefall hier traditionell mit ihren dicken Traktoren einmal quer durch den Wald und über die Felder fahren, um die Wege begehbar zu halten. Ein besonderer Gruß geht in diesem Zusammenhang raus von Hund Cara, genannt Frau Dr. Margot Wichtig, die mit ihren drei Zentimeter langen Beinen ansonsten ziemlich untergehen würde. Sie wäre hochgradig empört und komplett aufgeschmissen.


Also: durch den Schnee gestapft und durch die klirrende Kälte. Und an meine Heimatstadt Berlin gedacht. Stromausfall, zig-tausende von Haushalten betroffen. Das ist nicht lustig. Ich habe mich vor ein paar Jahren etwas intensiver dienstlich mit dem Thema Stromausfall und Vorsorge befassen müssen, und seitdem sind wir: Prepper.
Also, natürlich nicht so richtige Prepper. Aber wir sind ein bisschen vorbereitet, auf allerlei Unbillen. Ich habe das dieser Tage nochmal gecheckt in Küche und Keller: Taschenlampen, jede Menge Batterien und Kerzen. Ein altes Kofferradio, das keinen Strom braucht. Powerbank, (fast) immer aufgeladen. Kamin und Holz und Briketts. Rund 40 Liter Mineralwasser, Konserven, haltbares Brot. Angeschafft haben wir seinerzeit außerdem zwei Campingkoch-Sets und jede Menge Spiritus und – Obacht!, notieren Sie sich das mal gleich – eine Caffettiera. Der Gatte behauptet, im Katastrophenfall sei ein Überleben ohne Espresso zwar möglich, aber nicht erstrebenswert.

Auf den Listen und in den Handreichungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe suche ich die Espresso-Maschine als unerlässliches Über-Lebens-Mittel freilich vergeblich, aber die Katastrophenschützer können ja nun auch nicht an alles denken. Ich habe diese Listen aus Berliner Gründen tatsächlich nochmal genauer studiert, in unserer Sammlung fehlt demnach noch Einiges, aber wir arbeiten dran. Bei einigen Hinweisen bin ich erst ein bisschen zusammengezuckt („Denken Sie an stabile Plastiktüten, zum Einhängen in die Toilette„), und habe mir dann verboten, weiter darüber nachzudenken. Zum Glück haben wir einen großen Garten und viele Büsche.
Überhaupt, das mit dem Glück: Im Falle einer Katastrophe und auch im Fall der Vorsorge hat man es auf dem Lande, im eigenen Haus, leichter als auf der fünften Etage in einem Großstadt-Mietshaus. Mehr Platz, mehr Spielraum, mehr Möglichkeiten. Denke ich mir so, sehr dankbar.
Alles schön und gut mit den hilfreichen Listen der Katastrophenschützer, aber was macht das alte Ömchen auf dem 13. Stock in Berlin-Mitte, wenn die Rente kaum fürs tägliche Essen reicht, geschweige denn für Vorräte? Wie kriegt die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern das mit der Vorratshaltung hin, wenn die Zwei-Zimmer-Wohnung so schon viel zu klein ist? Ich lese wenig dazu, so generell, und ganz besonders in diesen Tagen aus Berlin.
Es ist kompliziert. (Oder vielleicht auch gar nicht mal sooo kompliziert: Leuten, denen es schlecht geht, geht’s in solchen Fällen vermutlich noch viel schlechter.)
Mein vollstes Verständnis für Ihren Gatten! Wir als Kaffeeliebhaber dürfen eine AeroPress unser Eigen nennen, der es völlig egal ist, ob Strom in der Nähe ist oder nicht. Sehr erleichternd…
Der Schlusssatz ist es, der bringts auf den Punkt…
Ansonsten viel Freude am echten Winter in Badisch Sibirien.
GLG
Astrid
Wir sind in der glücklichen Lage einen 40 Jahre alten Buderus Allesbrenner in der Küche zu haben. ( Waaaas, du hast immer noch deine alte Küche ?? Ja, und die bleibt auch so wie sie ist ;) ) Eingemachtes Obst und Gemüse , Kartoffeln im Keller, nebst eines Brunnens der trinkbares Wasser liefert sind auch hilfreich. Als einziges Prepper-Zugeständnis habe ich vor längerem ein stromloses Radio angeschafft. Luxus den man in dieser Art nur auf dem Dorf hat. Wahrscheinlich wurden diese Broschüren / Listen von Menschen ausgearbeitet , denen es an wenig mangelt. Grüße aus der Toscana Deutschlands
Danke für die Info’s. Jetzt: Werde ich mich auch kümmern!
Bei mir hat es bislang nur zu einem kleinen Radio samt Batterien gereicht. Und der Liebste hat zugesagt, mich Städterin im Falle des Falles zu retten. Ich vertraue darauf und werde mich da gleich nochmals rückversichern.
Ja, viele können sich’s richten, aber lange nicht alle: Der Schlusssatz bringt es auch für mich auf den Punkt.
Liebe Grüße in den Odenwald, C Stern