Rückzug XVIII

8. April 2020

Die Sache mit dem Rückzug scheint nicht allen klar zu sein, und besonders bei gutem Wetter setzt bei einigen das Verständnis dann offenbar vollends aus. Raus an die frische Luft: ok. Aber aus allen Himmelsrichtungen, HD, MA, HN, KA ausgerechnet eines der touristischen Highlights in der Region ansteuern, und dann ausgerechnet das, wo es bekanntermaßen schon aus topographischen Gründen am allerallerallerengsten zugeht, weit und breit? Nee, keine so irrsinnig gute Idee. Hat sich jetzt aber eh erledigt, die Margarethenschlucht in Neckargerach ist ab sofort gesperrt. Dauerhaft und für jeden. Danke für nichts.

(nl) Margaretenschlucht ab sofort gesperrt ‼️Es mag widersinnig erscheinen, dass aufgrund der Einschränkungen, die…

Gepostet von Gemeinde Neckargerach am Montag, 6. April 2020

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Der Gatte geht im Wald spazieren und ärgert sich schwarz über wilde Müllablagerungen. Das macht er schon immer, aber derzeit ganz besonders, weil es (scheinbar oder tatsächlich) immer mehr werden. Die Wertstoffhöfe und die Deponie geschlossen – da fährt man seinen Dreck halt in den Wald, is klar.

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Die einen werfen Müll in den Wald, die anderen all ihre Ideen und Kreativität ins Internet. Unfassbar, was sich da alles abspielt, ich staune jeden Tag aufs Neue. Katholische Kirchengemeinden waren mir bislang nicht als die Herzkammern der Digitalisierung aufgefallen, Evangelische im Übrigen auch nicht, aber ich lag da offenbar völlig falsch. Die hauen hier grade noch in den kleinsten Gemeinden die live-streams und die online-Angebote raus, dass es grad so raucht. Hier zum (Klick!) Beispiel .

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Take-away ist zumindest an den Arbeitstagen das Gebot der Stunde. Morgens, mittags, abends. So als persönliches regionales Gastronomie-Konjunkturprogramm, und weil noch immer dann doch vieles durcheinandergeht im Kopf und im Alltag.

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Mittagspause im Städtchen.

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Und weil die Frisur langsam wirklich in die Knie geht, vor allem das teuer bezahlte einstige Blond, bin ich heute in der Mittagspause ganz lange vor diesem Odenwälder Graffiti stehengeblieben und habe es auf mich wirken lassen. Sollten Sie auch machen, glauben Sie mir, das hilft. Zumindest ein bisschen. Finden Sie da hinten in der Unterführung am Kinder-Verkehrsübungsplatz in Buchen, naja, Sie wissen schon.

  • 4 Kommentare
  • Marion 8. April 2020
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    https://lokalwirkt.de/
    Mein Broterwerb ist zwar in einem anderen (leider derzeit brotlosen) Bereich, aber unter der obigen Adresse kann man vor Ort nachsehen, welche Läden mit welchem Angebot geöffnet haben.
    SUPER Blog!!! Ganz herzlichen Dank!
    LG Marion

  • Dirk Franke 8. April 2020
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    Eine meiner Erkenntnisse, der ganzen Geschichte: wie schlecht die Menschen sich in ihrer Umgebung auskennen. Es müsste doch jedem klar sein, dass die touristischen Anziehungspunkte oder in einer Großstadt die Parks am sonnigen Wochenende voll sind. Und trotzdem gehen die Leute dorthin. Ich glaube, weil sie nichts anderes kennen. Weil sie wirklich nie bewusste nach Draußen gekommen sind. Sobald man wieder Menschen draußen sinnvoll treffen kann, ist mein Plan, ihnen noch andere schöne Stellen zu zeigen als die üblichen drei, an denen jetzt alle unterwegs sind.

    • LandLebenBlog 8. April 2020
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      Das ist ein sehr spannender Gedanke! Darauf bin ich selber noch gar nicht gekommen. Die kennen einfach nichts anderes. Das wird es sein..

  • Schütz 8. April 2020
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    Hallo, woher weiß der Beschreiber des Steines denn, wie Gott aussieht? Da kann ich mich als Atheist nur wundern. Und zu dem Müll im Wald kann ich nur sagen: früher gab es das nicht. Nun ja, jetzt bin ich gerade mal 70 und rede wie meine Eltern. Na gut, außer am 20. April. Na ja, Du weißt schon. Herzliche Grüße aus Berlin, Günter

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