1. FC Küken.

Auf speziellen Wunsch eines einzelnen Herrn hier mal wieder ein bißchen chickencontent, sie sind ja doch sehr süß, die Küken. Ich hatte zum Fotografieren auf Sonne warten wollen, habe dieses Vorhaben dann aber doch aufgegeben. Nun sehen Sie also quasi Schattenbilder, gucken Sie die ruhig an, die Küken werden ab sofort nicht hübscher, sondern eher häßlicher. Sie müssen sich das vorstellen wie diese süßen Kleinkinder, die plötzlich zu unproportionierten pickeligen Teenagern mit Zahnspange heranwachsen, den Eltern stehen insgeheim die Haare zu Berge vor Entsetzen, aber schlußendlich, nach ein paar Jahren, steigt der ehemalige Pickelteenie dann wie Phönix aus der Asche. Ja, so wird das auch mit unseren Küken gehen, warten Sies nur ab.

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A propos Warten, Sie werden in den kommenden Wochen auch ein bißchen warten müssen, hier auf Blogbeiträge nämlich, man schickt mich zur Erhaltung meiner Arbeitskraft nämlich in die Sommerfrische, oder wie man sowas nennt. Ich bin gespannt. Bleiben Sie mir bitte trotzdem treu. Hinterher werde ich platzen vor Energie.

 

 

 

 

Wallen.

In diesen Tagen geht im klitzekleinen Walldürn hier ganz in der Nähe die alljährliche Wallfahrt zuende. Ein frommes Massenspektakel, das ich mit einer Mischung aus Befremden und Ratlosigkeit, Faszination und Interesse verfolge. Fest steht, wann immer ich dort unterwegs bin, in der Regel nur beruflich, habe ich gute Begegnungen und gute Gespräche, das mag in der Natur der Sache liegen: wer einen Pilger fragt, warum er pilgert, ist sofort, Knall auf Fall, an den zentralen Lebensthemen dran. Smalltalk geht anders.

Wie dem auch sei, ich habe ein bißchen herumgeknipst, beim jüngsten Besuch in Walldürn, und ich habe einen Mann getroffen, der am reibungslosen Ablauf der Wallfahrt ganz maßgeblich beteiligt ist. Ich habe daraus eine kleine Slideshow gemacht, ja, so nennt man das heute. Wenn Sie knappe vier Minuten Zeit haben, schauen Sie sich das mal an, es ist ein kleines Experiment, vielleicht sollte ich öfters mal slideshows produzieren, vielleicht auch nicht, Sie werden mir das sagen.

 

 

 

 

 

17. Juni.

Ich habe dieser Tage eine kleine Gedenktafel entdeckt, die ich offenbar seit nunmehr 15 Jahren übersehen habe. Quasi mitten in Mosbach, diesem kleinen Kreisstädtchen im hohen Norden Baden-Württembergs, tief in der vermeintlichen Provinz. Keine Ahnung, wer sie einstmals aufgestellt hat, um damit an die Opfer des 17. Juni zu erinnern. Irgendwie hat mich der Anblick ein bisschen gerührt und bewegt, diese Tafel mit der Aufschrift, irgendwo in einer kleinen Ecke am Rande der Altstadt.

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Und ich habe mich natürlich, ganz arrogante Berlinerin, gefragt, ob und wer hierzulande überhaupt noch was mit dem Datum anfangen kann, und mit der Geschichte. Die Jugendlichen, die hier manchmal sitzen und ihren Döner essen oder auf dem smartphone spielen? Die Leute, die hier vorbeikommen, auf dem Weg von der Fußgängerzone Richtung Parkplatz? Aber ich selber habe die Tafel ja 15 Jahre lang übersehen bei meinen Gängen durch die Stadt. Jetzt verhelfe ich ihr aber vielleicht doch zu ein bisschen mehr Bekanntheit.

 

 

 

 

Nein!

Nein, wir reden nicht übers das Wetter, nein, nein, nein, wir zeigen es Ihnen allenfalls und verlieren ansonsten kein Wort darüber. Es sieht ja auch hübsch aus, vorausgesetzt, es steht einem das Wasser nicht bis zum Halse oder zumindest doch im Keller. Manch einem, dem das Wasser wettertechnisch bis zum Halse steht, dem hängt es inzwischen auch aus demselben heraus, man kann das ja verstehen.

Wir beschränken uns daher auf Wasser in Wolkenform, ich habe das alles heute nachmittag auf einer Hunderunde für Sie geknipst, falls Sie (zum Beispiel) auf Hawaii leben und hier mitlesen, oder Richtung Feuerland, was weiß denn ich, dann sehen Sie aber mal, was Sie hier verpassen, so oder so.

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Blick aufs Dorf. Vorwärts.

 

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Rückwärts dann schon so.

 

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Heller Nachmittag in Wagenschwend.

 

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Plötzlich lacht die Sonne wieder. Oder so.

 

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Richtung Katzenbuckel sowieso.

Nein, wir verlieren ansonsten kein einziges Wort darüber. Doch, eines: Oooooooom, alles wird gut.

Und das noch: Sie werden es nicht glauben: ich bin nichtmal naß geworden heute.

 

 

 

 

 

Wer suchet, der findet.

Wir haben mal wieder die Suchbegriffe aus der Statistik dieses Blogs herausgezogen. Und uns, wie immer, ein wenig gewundert. Wer da was sucht und dann hier landet. Aber bitte. Hier werden Sie geholfen.

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Geld kotzen.

Ja, das wäre herrlich, wenn man jemanden kennen würde, der Geld kotzt. Leider habe ich so jemanden nicht im Bekanntenkreis, und bin auch selber dieser finanztechnisch äußerst reizvollen Disziplin nicht mächtig, so oft ich es auch schon probiert habe. Es kam immer sonstwas raus, bloß keine Knete. Schade, schade. Aber falls Sie jemanden treffen, der das kann, also Geld kotzen, übermittele ich gerne meine Kontonummer.

Huren umstellen.

Dieser Gag zur Zeitumstellung ist nun so alt, der hat schon einen Bart. Vielleicht sogar einen Damenbart. Von wegen Huren undsoweiter. Ansonsten gehen wir nicht weiter darauf ein, hier lesen Minderjährige mit, das weiß ich zuverlässig.

Baufachmarkt schleich.

Ja, insbesondere Samstags vormittags schleicht der gemeine Odenwälder durch den Baufachmarkt, auf der Suche nach Zementmischungen und Blumenerde, Regenrinnenmuffen oder Rohrzangen. Wenn Sie also mal in aller Ruhe durch Gottes freie Natur spazieren möchten: tun Sie das an einem Samstagvormittag, da sind sie alle unterwegs im Baumarkt, keiner Menschenseele werden Sie in Wald und Flur begegnen. Wenn Sie hingegen den gesamten Odenwald versammelt treffen möchten, schleichen auch Sie zum Baufachmarkt. Vor lauter Hallooo! und Tach! und Na, wie gehts denn? kommt man allerdings kaum zum Einkaufen, das können Sie dann ja aber ein andermal erledigen.

Sind laufenten laut und stinken?

Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass sie Schnecken fressen, für ihr Leben gerne. Das alleine macht sie mir sympathisch, ich würde da über Krach und Gestank sofort hinwegsehen.

Unzufrieden Fleischereifachverkäufer.

Oh weh, dann war das wohl die falsche Berufswahl. Vielleicht können Sie umschulen. Auf Käsefachverkäufer. Oder Biolandwirt, was weiß denn ich. Oder Sie halten einfach durch, die 30 Jahre bis zur Rente werden Sie ja wohl noch schaffen. Andere machen das schließlich auch so. Also, nur Mut, das wird schon irgendwie.

 

 

 

 

12 von 12.

Ein richtiger Faulenzertag war das, den ich hier für die freundliche Frau Nachbarin in zwölf Bildern vom Zwölften eines Monats dokumentieren soll. Ich befolge damit aber nur medizinischen Rat, nicht, dass Sie meinen, ich sei tatsächlich faul, oh nein, aber die Ärztin hat mich streng gefragt, warum ich meine behämmerte und überzogene preußisch-protestanische Disziplin nicht einfach mal fürs Nichtstun und Esmirgutgehenlassen einsetze. Naja, Sie wissen schon.

Also lang geschlafen und einen Morgenspaziergang gemacht. Nach den Unwettern gesperrte Kreis- und Landesstraßen als Wanderwege neu entdeckt, vor Autos muß man sich da derzeit ja nicht fürchten.

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Kükenglotzen zwischendurch, das ist ja klar.

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Abenteuerparcour Kükenauslauf.

Kükenfutter zusammenmanschen, anders kann man das nicht nennen. Aber sie lieben es. Ei und Quark und Haferflocken, dazu Grünzeug aus dem Garten. Ja, Geo, ich hätte es auch ohne Deinen Liebesbrief gewußt, aber trotzdem danke. Er macht sich wirklich Sorgen um das Wohlergehn der Küken.

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Dann wieder raus mit den Hunden, weil ausnahmsweise mal die Sonne scheint. Den fotogenen Wolken nachjagen und feststellen, dass die Speicherkarte zuhause im Rechner steckt. Also wieder Handybilder. Und der Entschluß, in meinem nächsten Leben Sturmjäger zu werden. Ich stelle mir das sehr romantisch vor. Oder auch nicht.

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Im Angesicht des drohenden Gewitters heimgefahren wie der Blitz, zumindest schneller, als die Wolken ziehen können, hektisch die Hunde ausgeladen und die Küken in den Stall gescheucht. Nicht, dass sie mir nachher noch ertrinken, im eigenen Auslauf. Neulich schon hätte nicht viel gefehlt, und die Wassermassen hätten auch das Kükengehege geflutet.

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Ich erkläre hiermit den Tag für beendet und lege mich auf die Couch, höre dem Regen und dem Donner zu und diszipliniere mich also selbst. Faulenzen kann ja doch sehr anstrengend sein, auf dem Land zumal, Sie werden das verstehen.

 

 

 

Im Vorbeifahren.

Sie kennen das inzwischen. Kamera aus Autofenster, willenlos auf Auslöser, Eindrücke im Vorbeifahren einfangen. Nicht immer die schönsten, aber authentisch. Manchmal unscharf und verwackelt, oder schief und krumm. Wie im richtigen Leben eben.

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1. FC Küken.

So ist das mit dem Landleben und der Tierhaltung, da passieren auch immer mal wieder Sachen, die man doof und traurig findet, aber ich bin da inzwischen etwas nüchterner und muß zumindest nicht gleich flennen. Da ist wohl einfach so, und dennoch gibt es einem einen Stich ins Herz.

Das können Sie jetzt wiederum bescheuert finden, eine erwachsene Frau, die einen Kloß im Hals hat, wenn sie so ein winziges totes Würmchen aus der Wiese klaubt und in die Hand nimmt, ganz flauschig ist das noch, und scheinbar unversehrt, aber schon kalt und steif. Meine Empathie ist da noch ziemlich groß, das mag manchmal etwas anstrengend sein, aber im Großen und Ganzen finde ich das schon ok.

 

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Das kleine Küken in Schwarz-Weiß verdient einen Ehrenplatz beim wöchentlichen Schwarzweissblick von der freundlichen Frau Frauke nebenan. Weil Schwarzweiss eben nicht nur eine Frage der Ästhetik ist, sondern manchmal auch eine Stimmung ausdrückt.

Aber bevor Sie jetzt auch noch das Weinen anfangen, darf ich Ihnen versichern: den anderen gehts soweit gut, sie wuseln durch die Wiesen, trampeln durch die Eierpampe, die ich ihnen mit Liebe bereitet habe und gucken sich ansonsten allerlei bei Muttern ab. Drücken Sie die Daumen, dass das nun so bleibt, und nicht der geheimnisvolle Kükentod nocheinmal zuschlägt, ich möchte nicht weitere Leichen aus dem Auslauf sammeln.

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1. FC Huhn.

Ja, auf diesen Post haben viele gewartet, ich am allermeisten, das kann ich Ihnen aber flüstern. Und jetzt alle so Oooohhhh und Neiiiiiin und Ach, wie süüüüß. Kükencontent geht immer, und wer weiß, vielleicht werde ich diesen 1. FC Huhn vorübergehend in 1. FC Küken umbenennen müssen.

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Ja, die Bilder sind nicht der Brüller. Knipsen Sie mal in einen finstren Stall hinein.

Sieben Stück habe ich bislang gezählt, gestern bei dem Monster-Unwetter sind sie geschlüpft, zwischen einem starken Knaller und einem wilden Hausrüttler, zwischen Sturzbächen und herumschwimmenden Gullideckeln, das sind vielleicht sogar die besten Voraussetzungen für ein Leben ohne Angst und Sorge, was weiß denn ich, ich kenne mich hühnerpsychologisch nicht so aus, vermute es aber mal ganz stark.

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Es handelte sich ja um Fremdeier, Sie erinnern sich vielleicht, das heißt nun nicht viel anderes, als dass wir mit diesen Küken weder verwandt noch verschwägert sind, und auch Hahn und Henne haben keinerlei genetische Verbindung zu den lieben Kleinen. Gehen Sie mit diesem Thema bitte ein wenig sensibel um, keiner der Beteiligten weiß bislang davon, das ist ja eine mitunter etwas komplizierte Sache. Auch unserem JoHahn werden wir das eines Tages stecken müssen, aber wir wollen einen passenden Moment abwarten. Und was es für die Küken bedeutet, wenn sie eines Tages erfahren müssen, dass Vati und Mutti, – naja, Sie wissen schon, hühnerpsychologisch undsoweiter. 

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Jetzt sitze ich also erstmal stundenlang mit der Kamera vor dem Kükenstall, versuche herauszufinden, wieviel Nachwuchs wir denn nun tatsächlich haben, sage Oooohhh und Neiiiiiin und Ach, wie süüüüüüüß vor mich hin, wie so eine schrullige Alte, die Selbstgespräche führt, ich vergesse für einen Moment alles drumherum und glotze und glotze auf die wuselnden piepsenden Bällchen im Stall und bilde mir ein, die ganze Welt wäre ein friedlicher, wuselnder, piepsender Ort.

Das mag Ihnen nun ein bißchen bescheuert vorkommen, so eine erwachsene Frau, die den halben Tag auf Küken glotzt, aber ich glaube, es ist von Zeit zu Zeit ganz heilsam.

 

 

 

Hier so.

Kurz und heftig. Einerseits nervt das langsam ganz gehörig. Andererseits wüsste ich inzwischen nicht mehr, was ich täte, wenn ich nicht täglich und zu jeder unmöglichen Uhrzeit mit dem Kreisbrandmeister telefonieren würde. Nicht auszudenken. Mir würde etwas fehlen. Ehrlich.