Menschen.

Kleine persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

 

Heute: Franz M.

 

 

Geboren…

bin ich 1954 in dem kleinen Dörfchen Muckental. Meine Eltern wurden 1946 aus Ungarn vertrieben, kamen in den Odenwald und wurden hier heimisch. Sechs Wochen nach meiner Geburt sind wir in das 2 km von Muckental entfernte Krumbach gezogen, und hier lebe ich inzwischen seit fast 60 Jahren.

 

 

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdiene ich als Bankkaufmann. Bei der Sparkasse bin ich seit über 20 Jahren als Marktbereichsleiter für neun Geschäftsstellen im Odenwald und Schefflenztal zuständig. Mein Büro habe ich in Limbach – nur 2 km von meinen Wohnort entfernt. Seit 43 Jahren bin ich „Banker“ und übe diesen Beruf nach wie vor gerne aus (auch wenn sich sehr viel in dieser Zeit im Bankwesen geändert hat).

Ich wollte in einem kaufmännischen Beruf mit Menschen zu tun haben und nicht nur „Schreibtischtäter“ sein.

In den Beratungsgesprächen werden die Geldangelegenheiten geregelt, aber es wird auch viel Privates und Persönliches erzählt und ausgetauscht. Man kennt sich halt und vertraut einander.

 

 

 

Warum ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Provinz?

Bereits als Kind und Jugendlicher habe ich mich im Odenwald wohlgefühlt. Ich habe gerne mit meinen Freunden im Freien gespielt, z.B. am und im nahen Trienzbach, in den Wäldern und Feldern um Krumbach herum. Meine Familie, Angehörigen, Freunde und Schulkollegen lebten hier und so wurde ich im Laufe meines Lebens immer mehr verwurzelt mit der „Provinz“ und dem Menschenschlag, der hier lebt.

Die Odenwälder neigen meines Erachtens ja eher dazu erstmals ruhig und zurückhaltend zu sein. Sie sind also nicht unbedingt „Temperamentsbolzen“, aber herzliche, fleißige und hilfsbereite Menschen.

 

 

In der Kirche bzw. in der Kirchengemeinde war und bin ich beheimatet. Gleich nach meiner Erstkommunion wurde ich in die hiesige Ministranten-gruppe aufgenommen, gründete und leitete später die KJK (Katholische Jugendgruppe Krumbach) und wurde Lektor, Kommunionhelfer, mit 18 Jahren dann Pfarrgemeinderat und schließlich vor 6 Jahren Diakon mit Zivilberuf. Eltern, Großeltern, Pfarrer, Mesner und viele Menschen gerade auch aus der Odenwälder Heimat waren mir Vorbilder auf meinen Lebens- und Glaubensweg und gute, treue Wegbegleiter.

 

 

 

Darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen…

habe ich ernsthaft nie. Ich besuche zwar gerne Städte und auch Großstädte, aber ich freue mich nach einer gewissen Zeit, doch wieder in den schönen und ruhigen Odenwald zurück zu kehren. Hier gibt es nicht den Lärm der Stadt und die Anonymität wie in der Stadt. Das soziale Netz ist eng geknüpft und hält. Es fällt auf, wenn man einige Tage nicht da ist. Sei es, dass man im kleinen Einkaufsladen, in der Kirche oder bei irgendwelchen Zusammen-künften vermisst wird.

 

 

 

An einem sonnigen Sommertag…

treffe ich mich gerne mit Freunden und Bekannten, um einen Ausflug in die nähere Umgebung (z. B. in den Höllgrund oder zur Amorsquelle) zu machen oder um im Garten zu „grillen“. Die Einkehr und Geselligkeit in einem gemütlichen Biergarten oder Straßencafé in Mosbach, Buchen oder Walldürn gehört für mich unbedingt auch dazu und genieße ich. Es gibt einfach viele und wunderschöne „Fleckchen“ hier in unserer Region.

 

 

 

An einem verschneiten Wintertag…

ziehe ich mich gerne in meine warme Wohnung zurück, nachdem ich Wege, Zufahrten und Treppen von Schnee und Eis geräumt habe. Ich gebe zu, der Winter ist nicht unbedingt „meine“ Jahreszeit. Ich liebe mehr den Frühling, Sommer und den farbenprächtigen Herbst im Odenwald.

 

 

 

Gut essen

ist eine große Leidenschaft von mir. Es gibt urige und gute Lokale im Odenwald und im Madonnenländchen und gute Gerichte und Hausmannskost. Ein Odenwälder Schlachtfest ist ein besonderes Erlebnis. Ich denke noch gerne an die früheren „Hausschlachtungen“ bei uns zurück. Mein Lieblingsgericht möchte ich an dieser Stelle nicht nennen, damit ich bei meinen künftigen Besuchen und Einladungen nicht immer das Gleiche serviert bekomme.

 

 

 

Theater, Konzerte, Museen…

besuche ich gerne, muss aber dafür hauptsächlich in die Stadt. Die zahlreichen Musikvereine, Chöre und Gesangsvereine in unseren Orten laden dafür regelmäßig zu Konzerten ein und es gibt in vielen Dörfern unserer Region Theateraufführungen von örtlichen Laienspielgruppen. Überhaupt engagieren sich recht viele Menschen bei uns noch in Vereinen und Gruppierungen.

 

 

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte…

dann würde ich die Verkehrsanbindungen verbessern.

 

 

 

Zugereiste Stadtmenschen…

bereichern unser Landleben und sind bei uns willkommen.

 

 

 

Wenn ich alt werde…

wann immer das auch ist -, dann wird mir das Leben hier im Odenwald, in meiner vertrauten Heimat, hoffentlich genau so gefallen und möglich sein wie bisher.

 

 

 

 

 

Menschen.

 

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

Heute:

Ulla Brinkmann, Journalistin.

 

Ulla im Holdergrund

 

Ursprünglich…

aus dem Sauerland, aber auch vom Land!

 

 

In den Odenwald gezogen…

der Liebe wegen.

 

 

Meinen Lebensunterhalt…

den ich als Journalistin verdiene, teile ich mit meinem Mann, so wie er den seinen (größeren) mit mir teilt.

 

 

Mir gefällt hier…

das Ländliche/Unspektakuläre/Selbstverständliche.

 

 

Wintertag - der wird noch sonnig

 

 

An einem sonnigen Tag im Sommer…

gehe ich gern nach draußen, egal wohin, irgendwohin, wozu ich kein Auto, keinen Bus oder Zug besteigen muss.

 

 

An einem verschneiten Wintertag…

gehe ich gern nach draußen, egal wohin, irgendwohin, wozu ich kein Auto, keinen Bus oder Zug besteigen muss.

 

 

Gut essen…

hat hohen Stellenwert. Deshalb: selber kochen, möglichst mit dem, was der eigene Garten, Feld, Flur, Wald und regionale Anbieter bereithalten. Gastronomisch gesehen ist unsere Gegend leider wenig ergiebig. Das macht gezielte Ausflüge notwendig.

 

 

Theater, Konzerte und Museen…

gibt es erstaunlich vielfältige. Die Provinz ist nicht so provinziell, wie man meinen könnte. Manchmal muss es aber doch die große weite Kulturwelt sein.

 

 

Darüber nachgedacht, wieder in die Stadt zu gehen?

Kommt nicht in Frage, allenfalls tageweise.

 

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte…

würde ich Mehr-über-den-Tellerrand-schauen wünschen, wobei die Füße auf dem Boden des Suppentellers bleiben dürfen. Oder anders ausgedrückt: mehr Beweglichkeit, bitte! In den Köpfen und den Füßen (die hier ja bekanntlich bis zur Hüfte reichen).

 

 

Meine Freunde in der Stadt meinen…

Bei euch ist es schön. Und dann fahren sie doch wieder zurück ins Gewimmel und den Gestank.

 

 

Die Landmenschen…

sind geerdet und taugen einem russischen Sprichwort zufolge ja auch für die Stadt. Gilt in manchen Fällen auch umgekehrt (s. Bloggerin F.)

 

 

Wenn ich alt werde…

bleibe ich hier. Wir gründen gerade eine Ollen-WG.

 

 

 

 

 

 

Menschen.

 

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

Heute: Timo Bracht.

 

Timo Bracht

 

 

Geboren…

bin ich in Eberbach. Da ich mittlerweile auch in Eberbach wohne, frage ich mich, was ich falsch gemacht habe, dort zu wohnen, wo ich auch geboren bin… – oder richtig gemacht habe.

 

 

Jetzt….

geht es mir gut, so wie es ist. Ich habe das Glück, ein selbstbestimmtes, erfolgreiches und relativ freies Leben führen zu können. Das bringt mich für mind. 150 Tage pro Jahr an viele spektakuläre Orte auf der ganzen Welt. Und jedes mal bin ich froh, wenn ich zurück komme und in Heidelberg, oder in Bad Wimpfen ins Neckartal einbiege und ein manchmal kurzes und manchmal auch längeres Gefühl von „Heimat“ spüre.

 

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdiene ich mit „um die Wette rennen“.

Ich bin seit 2003 Triathlon Profi. Es wird gesagt, dass ich einer der besten der Welt in einer der härtesten Sportarten der Welt bin.

Ich habe dreizehnmal beim Ironman Hawaii mitgemacht, war zigmal unter den besten 10, war dreimal Europameister, mehrfacher Deutscher Meister, und habe auf fast allen Kontinenten der Erde schon Triathlons gewonnen.

 

Timo B triaphoto

 

Warum ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Provinz?

Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Ich habe eine tolle Familie und auch wertvolle Freunde hier. Hier fühl ich mich wohl, habe ein perfektes Trainingsrevier und bin trotzdem schnell an allen wichtigen Orten, die ich regelmäßig beruflich ansteuere wie z.B. Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart, München, das Allgäu, Zürich und die Flughäfen.

 

 

Darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen…..

habe ich so richtig noch nie. Der Vorteil meines jetzigen Wohnort ist doch auch, dass ich irgendwo zwischen den Großstädten lebe, und so immer (meistens beruflich) für ein paar Stunden, oder Tage unterwegs sein kann und auch schnell wieder daheim bin. Außerdem kann ich ohne Ampeln stundenlang mit dem Rad trainieren…

 

 

An einem sonnigen Sommertag….

bin ich auf dem Rennrad durch den Odenwald unterwegs und bin ein klein wenig stolz, dass ich, glaube ich, alle befahrbaren Straßen im Gebiet HD-ERB-BU-TBB-HN-HP-DA und MOS kenne.

Nachmittags schaue ich nach der Größe der Schwimmhäute meiner Kinder im Freibad, und abends treffe ich meine Familie, Freunde, meine Eltern oder Schwiegereltern,  und dann lassen wir den Tag gemeinsam ausklingen.

 

Autogrammkarte

 

 

An einem verschneiten Wintertag….

bin ich meistens auf den kanarischen Inseln. Wenn nicht, dann wunder ich mich, wie gerne mein Sohn Schnee schon früh morgens schippt, von mir hat er das nämlich nicht. Ich hoffe, dass es kalt bleibt, die Sonne dem Schnee nichts anhaben kann, und ich mich um den Katzenbuckel mit Langlaufski austoben kann.

 

 

Gut essen…

Gehe ich nie alleine. In Eberbach bin ich gerne beim “ Branko“, im Oliva Garden, beim Italiener in Rockenau, im Karpfen, in der Pfalz, beim „Herdel“ und in der Bäckerei Lutzki in Pleutersbach.

 

 

Theater, Konzerte, Museen….

besuche ich selten, da entspreche ich dem allgemeinen Bild, dass man sich von einem Sportler so macht. Das letzte Konzert war die Nachwuchscombo 61inch.Ich kann den letzten Wolf des Odenwalds, der im Museum in Eberbach im Original steht, empfehlen, und anschließend dann eine Wanderung zum “ Wolfsstein“ über den Neckarsteig.

 

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Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte….

Ich habe mir mit der Schaffung des Wanderwegs Neckarsteig einen Traum erfüllt.

Das ist ein Projekt, dass mich auch noch lange beschäftigt.

Politisch würde ich weiter die Bildung vom Kind bis ins Erwachsenenalter fördern und fordern. Und ich fände klasse, wenn die Menschen nicht blind konsumieren, sondern sich einsetzten und einbringen. Sie sollen offen gegenüber Neuem sein, neugierig und mutig, miteinander mehr sprechen, Sport treiben und feiern.

Ach, und ein schöner großer Badesee wäre klasse…und keine Verspargelung durch Windräder auf den Odenwald Höhen.

 

 

Zugereiste Stadtmenschen….

bringen der Region mehr als eine abwandernde Landbevölkerung.

Wobei jede und jeder das machen soll, was er für richtig hält. Man sollte sich aber einbringen und den Potentialen der Umgebung/ Region aufgeschlossen gegenüber stehen. Nur so kann man sich eine Meinung bilden und auch Dinge verändern und nicht nur passiv konsumieren und meckern.

 

 

Wenn ich alt werde…..

dann eifere ich meinen Großeltern nach, die waren fit, aufgeschlossen und positiv denkend bis ins hohe Alter. Mein Opa wurde 102, die Oma 99 und die andere Oma ist 90 Jahre alt, und das alles im kleinen Odenwald Dorf Schollbrunn. Das feiert übrigens vom 27.-28.6. dieses Jahr sein 650-jähriges Dorfjubiläum, dazu lade ich ein, es gibt ein tolles Programm mitten im Ort, ich werde auch dort sein.

 

 

 

 

Infos:

www.timobracht.de

Facebook Timo Bracht

Facebook Visit Odenwald

www.powerhorse-triathlonteam.de

www.neckarsteig.de

 

 

Die versammelten Odenwaldmenschen kann man übrigens hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

Menschen.

 

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

Heute: Dorothea Beetz.

 

 

Ursprünglich aus….

Mannheim

 

In den Odenwald gezogen…..

im vergangenen Jahr, weil gleich zwei Dinge gerufen haben. Die Liebe und der Beruf.

 

Die Mannheimer Etagenwohnung muss sich jetzt einen neuen Mieter suchen.

Die Mannheimer Etagenwohnung muss sich jetzt einen neuen Mieter suchen.

 

 

Meinen Lebensunterhalt….

verdiene ich als Lehrerin am Nicolaus-Kistner Gymnasium in Mosbach

 

 

 

Mir gefällt hier…

– Die Leute. Vielleicht ist alles ein wenig entspannter, man weiß, wo man zu Hause ist und lässt die Hektik an sich vorbei ziehen. Ich mag die Kühe. Ja. Ich sage immer noch, dass wir am Kuhstall im Ort langsamer fahren sollen. So kann ich mich immer an schöne Kindheitsurlaube auf dem Bauernhof erinnern. Und das jetzt jeden Tag…

 

 

 

An einem sonnigen Tag im Sommer….

liege ich am liebsten auf einer gut gepolsterten Liege vor dem Haus und schaue den Schwalben zu. Ein gutes Buch oder ein nettes Gespräch dazu und ein kalter Tee runden das Sommerfeeling ab.

 

 

An einem verschneiten Wintertag….

ziehe ich mich am liebsten an einen kuschelig warmen Ort zurück und lasse es mir gut gehen. Als ehemalige Innenstadtbewohnerin ist mir der Schnee auf den steilen Straßen nicht geheuer. Besser, wenn ich zu Hause bleibe – denkt sich auch der Einheimische hinter mir auf der Straße, der mit seinem Jeep meine Ängste nicht teilt. Aber den Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür vermisse ich schon ein wenig.

 

 

 

Gut essen….

kann man hier wunderbar, und in unserem kleinen Fachwerkhaus macht das Kochen auch mehr Spaß. Die regionale Küche erkunde ich erst noch. Für kulinarische Hochgenüsse ging es bislang immer ins Elsass. Das ist jetzt nicht viel weiter mit dem Auto.

 

Hier in der Gegend isst man das Steak bei Festen mit Soße. In Mannheim gibt’s nur ein trockenes Brötchen dazu. Ich mag beides.

 

 

 

Theater, Konzerte und Museen…..

Da fahre ich zurück nach Mannheim. Ein Abo hilft dabei auch, nicht zu bequem zu werden. Das ist ja das Schöne hier. So weit ist es dann auch wieder nicht.

 

 

 

Darüber nachgedacht, wieder in die Stadt zu gehen…..

Im Moment nicht.

 

 

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte…..

Mehr Angebote für Jugendliche und Senioren und eine aktivere Unterstützung der vorhandenen Aktivitäten durch die Politik.

 

 

 

Meine Freunde in der Stadt meinen…

ich sei völlig verrückt, hatte ich doch vor ein paar Monaten noch Leute verwundert gefragt, ob es nicht zu abgelegen sei, wenn sie in einen Mannheimer Vorort ziehen wollten. Ich war blind… oder ich bin es jetzt vor Liebe. Ich weiß es noch nicht genau, aber das herauszufinden macht wohl das Leben aus.

 

 

 

Die Landmenschen…

sind aktiv, sozial und heimatverbunden. Als „Zugereiste“ darf ich schon im Kirchenchor mitsingen.

 

 

 

Wenn ich alt werde…..

…bin ich vielleicht noch in der Gegend. Aber wohl in einem Dorf mit S-Bahn-Anschluss.

 

 

 

 

Die versammelten Menschen kann man übrigens hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

Menschen.

 

 

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

 

Heute: Michael Hahl.

 

Ursprünglich…

aus dem Landkreis Ludwigshafen/Rhein …

 

 

In den Odenwald gezogen…

bin ich im Februar 1998.

 

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdiene ich als selbstständiger Geograph.

 

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Mir gefällt hier…

natürlich die Natur, also naturnahe Kulturlandschaften, viel Wald, teils noch richtig schön gewässerdynamische Bachläufe, das Gestein, hier also der Sandstein, das Vulkanrelikt Katzenbuckel … Mir gefällt das unmittelbare Nebeneinander von Mensch und Natur, besser: Miteinander; und dass hier Natur noch als solche erlebt werden kann, was in stärker besiedelten und industrialisierten Ballungszentren im Grunde gar nicht mehr möglich ist.

 

Während ein Raum wie die Rheinebene, die fraglos auch ihre schönen Landschaftselemente hat (etwa die Rheinauenreste oder die renaturierten Baggerseen), letztlich eben doch eine vom Menschen stark überformte, technisierte, geradezu „verkünstelte“ Umgebung bietet, kannst du hier im Odenwald noch – im wahrsten Sinne des Wortes – naturnahe Kulturlandschaften finden, in denen sich ein Mensch geborgen und gut aufgehoben fühlen kann, jedenfalls ein naturbezogener Mensch, der für diese Lebendigkeit um sich herum empfindsam und offen ist.

 

Meinen Weg vom Ludwigshafener Landkreis in den südlichen Odenwald habe ich deswegen gewählt, weil Naturverbundenheit für mich ein wertvolles Stück Lebensqualität bedeutet, und weil ich spürte, dass ich diese Nähe zum Naturlebendigen in meinem Leben suchte und nach wie vor möchte.

 

Man muss allerdings dazu sagen, dass „Odenwald“ ja nun auch nicht gleich „Odenwald“ ist, und dass das, wo ich seit 16 Jahren wohne, sozusagen als verschärfter Odenwald gelten dürfte: ein etwas abgelegenes Häuschen in einem Talausläufer eines Waldbrunner Ortsteils. Man muss dazu wiederum sagen, dass ländliche Region heute nicht mehr dieselbe Abgrenzung zu einer städtischen Region darstellt wie noch vor wenigen Jahrzehnten, denn Auto, Medien, Internet usw. relativieren die scharfe Abgrenzung.

 

 

 

An einem sonnigen Tag im Sommer…

sitze ich leider oft am Laptop und muss etwas arbeiten, aber gerne auch auf meiner Terrasse, auf einer Wiese, an einem Bach, oder ich laufe da, wo es nicht allzu sonnig heiß, sondern angenehm schattig ist. Unangenehm sind die Zecken, die Sommerwiesen mitunter zu Tabuzonen machen, und in manchen Jahren auch die Wespenarmeen rund ums alte Bauernhaus. Ansonsten ist es herrlich, wenn Drinnen und Draußen eins werden, wenn sowohl bei der Arbeit als auch privat alle Fenster und Türen offen stehen können und die Natur rund ums Haus wie ein zweites, ein endloses Zimmer ist.

 

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An einem verschneiten Wintertag…

sitze ich leider auch oft am Laptop, aber besonders gerne am warmen Holzofen – oder ich drehe eine Runde durch den winterlichen Wald, freue mich, wenn es bizarre Eiszapfen in der gefrorenen Eisigklinge gibt, oder wenn der Schnee auf den Wiesen in der Wintersonne glitzert, ansonsten warte ich aber – spätestens ab Ende Januar – gerne auf den Frühling. Ich mag es nicht besonders, wenn man die Waldwege, die jetzt oft hoffnungslos zugeschneit sind, nicht mehr laufen kann; dann fühlt es sich manchmal „eng“ an im Odenwald.

 

Während meine Kinder sich über den Schnee freuen, merke ich, dass ich offenbar der Wahrnehmung meiner – mit 104 Jahren verstorbenen – Oma näher gekommen bin, die es vor dem Winter grauste. Ganz so schlimm ist es bei mir aber noch nicht. Dennoch, ja, beim Thema Schnee gibt es einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied zwischen Stadt und Land: Der Winter schlägt auf dem Land im Odenwald einfach härter und länger zu als irgendwo in der Stadt. Und manchmal muss man sich im Januar oder Februar oder spätestens im März, wenn es dann immer noch kalt und vereist ist, schon auch mal fragen, warum man eigentlich nicht in südlicheren Gefilden lebt, wo das Jahr etwas dauerhafter lebendig ist als im Odenwald. Spätestens im Frühling wird dann aber alles wieder gut und auf dem Land umso besser.

 

 

Gut essen…

gehe ich im Moment ganz gerne in der regionalen Küche des „Little Africa“ in Diedesheim, könnte aber durchaus noch einige mehr heimische Gasthäuser empfehlen, wobei ich in Bezug auf die Nahrungsaufnahme meistens der eigene bescheidene Küchenchef bin. (Zur Beurteilung meiner diesbezüglichen Fähigkeiten am besten meine Kinder fragen …)

 

Seit Jahren nehme ich mir übrigens ausgiebigere Selbstversorgung auf der ans Haus grenzenden Wiese vor und schaffe wegen chronischen Zeitmangels dann doch wieder nur, wenn’s hoch kommt, Tomaten – oder ein klein bisschen mehr. Vielleicht ändert sich das ja 2014, vielleicht auch nicht. Zum Glück gibt es dann wenigstens noch die Apfelbäume, die Beeren, die Mirabellen – fürs aufkommende Erntedank- und Transition-Gefühl auf dem Lande. Es ist für mich jedoch durchaus gut zu wissen, dass der ländliche Raum, also im Speziellen mein Grundstück mit Wiese und Scheune und Co., im Falle eines weiteren volkswirtschaftlichen Einbruchs durchaus ein gewisses zukunftsfähiges Selbstversorgerpotenzial hat; möglicherweise kommt der Tag, an dem wir dies als Existenzgrundlage zu schätzen wissen.

 

 

Theater, Konzerte und Museen…

– bitte?!? Okay, im Ernst: Ja, da möchte ich nicht ganz drauf verzichten. (Nicht nur) hierfür ist von meinem ländlichen Wohnort aus das Auto unverzichtbar (gegebenenfalls gekoppelt an die S-Bahn ab Eberbach). Ich mag es durchaus, dass man hier im südlichen Odenwald einerseits sehr ländlich leben, andererseits aber auch ganz schnell mal in Heidelberg – gegebenenfalls auch im kleineren Mosbach sein kann, wenn man Lust auf spezielle Veranstaltungen haben sollte. Das brauche ich aber nicht besonders häufig; dies ging mir im Übrigen in meiner „städtischen Zeit“ auch nicht anders. Es sind besondere Anlässe, die ich schätze, aber nicht Woche für Woche einrichten muss. Gute Konzerte gibt es allerdings auch beispielsweise im Städtchen Eberbach, da muss ich nicht gleich ins verdichtete Innere der Rhein-Neckar-Agglomeration eindringen. Für einen Museumsbesuch nehme ich dagegen gerne auch mal eine Tagesfahrt in Kauf, etwa nach Speyer (in die Pfälzer Heimat quasi), nach Mannheim oder Stuttgart.

 

 

Darüber nachgedacht, wieder in die Stadt zu gehen…

– hmmm … Ich nehme an, mit „Stadt“ ist jetzt so ein urbanes Gebilde ab wenigstens 80.000 Einwohner aufwärts gemeint? Das kann ich mir weniger vorstellen, wobei es städtische Inseln gibt, die sich sehr angenehm anfühlen können, auch beispielsweise im Raum Ludwigshafen, wo ich – wie gesagt – herkomme. Doch es würde mir etwas fehlen.

 

Um die Frage, wann ich darüber nachgedacht habe, eventuell wieder in eine Stadt zu gehen, ganz ehrlich zu beantworten: Das war (oder ist) anlässlich der grässlichen – keineswegs ökologischen oder nachhaltigen – Windkraftpläne, die unsere naturnahen Wälder und die gesamte Qualität dieser ländlichen Landschaft derzeit massiv bedrohen. Dazu kam mir vor einigen Monaten schon der Gedanke, dass ich im stillen Ludwigshafener Stadtteil Maudach, wo ich vor 16 Jahren lebte, womöglich ruhiger leben könnte als im Waldbrunner Höllgrund, wenn die Windenergie-Industrie quasi vor meine bislang so wunderbar abgeschiedene Hauspforte in die naturnahen Wälder gestampft werden würde. Daher engagiere ich mich – nicht ohne energiepolitische Alternativen aufzuzeigen – gegen solche Windpark-Pläne, zusammen mit einer ganzen Menge Gleichgesinnter, die offenbar ebenso noch wertzuschätzen wissen, was unsere Gegend hier zu etwas ganz Besonderem macht: das Miteinander von Mensch und Natur!

 

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte…

dann würde ich diese schwer bedenklichen Landschaftsverschandlungspläne ändern zugunsten einer seltsamen Profitgier, die sich als energiewirtschaftliche Notwendigkeit tarnen möchte, aber wie starr und wie abgestorben scheint für das, was die Menschen in den nächsten Jahrzehnten doch immer mehr lernen sollten: den Respekt vor der Natur. Oft verstehe ich nicht, was den Menschen fehlt, wenn sie so unkritisch und geradezu fanatisch eine Industrialisierung der ländlichen Region zulassen oder gar aktiv fördern; es ist merkwürdig, so, als ginge Menschen, die einst einen ausgeprägten ökologischen Bezug hatten, im Zuge der aktuellen Visionen einer fehlgeleiteten, da naturfernen „Energiewende“ etwas verloren, vielleicht in ihrem Herzen.

 

 

Meine Freunde in der Stadt meinen…

diese Ecke sei der Arsch der Welt.

 

 

„Die“ Landmenschen…

gibt es nicht: Auch hier leben solche und solche. Ich bin oft auch immer wieder erstaunt, wie naturfern manch ein Landmensch sein kann, oder wie egal es vielen zu sein scheint, was aus der ländlichen Natur, aus ihrer Umwelt gemacht wird.

 

Darüber kann man nun lange nachdenken und könnte viel dazu schreiben. Alteingesessene Menschen, deren Familien jahrzehnte- oder jahrhundertelang intensiv in einer noch relativ wilden Natur mit dem Überleben und der Existenzsicherung und Versorgung beschäftigt waren, haben nicht immer dieselbe Achtung beispielsweise vor Wildtieren, wie sie zugereiste Luxusstädter zuweilen haben. Ja, manchmal fällt mir auf, dass Zugereiste, die sich sehr bewusst für diese Landschaft entschieden haben, den Wert dieser Umwelt umso höher einschätzen können. Aber das trifft natürlich – wie immer – nicht generell zu; es gibt auch die von Grund auf mit der Natur verbundenen alteingesessenen Seelen, vor denen ich großen Respekt habe.

 

 

Wenn ich alt werde…

ja … Das ist eine gute Frage: So, wie ich hier wohne, ist manches durchaus beschwerlicher als in einem Städtchen vielleicht, und ob man mit 80 noch die Wiese mähen und Brennholz herein tragen möchte, das sei dann mal dahin gestellt. Aber: Warten wir`s ab!

 

 

 

Menschen.

 

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

 

Heute:  Gabriele G.

 

Geboren

bin ich in der tiefsten Provinz. Darüber will ich nicht mehr nachdenken.

 

Jetzt….

lebe ich in Adelsheim und zwar gerne.

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdienen wir mit Taxifahrten, Krankenfahrten, Ausflugsfahrten……

 

Warum ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Provinz?

Weil wir ein Haus geerbt haben und Eltern hier hatten, die mittlerweile nicht mehr leben, aber man hatte ja Verpflichtungen.

 

Darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen…

Ja, aber wenn schon, dann richtig: Paris, Berlin oder London.

 

An einem sonnigen Sommertag…

ist es hier richtig schön….

 

An einem verschneiten Wintertag…

…ebenfalls..

 

Gut essen?

Man muß ein bißchen suchen, findet aber dann die Heidersbacher Mühle, die Kronein Korb, den Kieferin Hainstadt. Es gibt bestimmt noch einige Lokale mehr. Diese sind mir gerade eingefallen.

 

Theater, Konzerte, Museen…

…gibt es immer irgendwo in der Nähe, wenn man flexibel ist. (Heilbronn, Mosbach, Buchen, Schwäbisch Hall, Künzelsau, Karlsruhe, Heidelberg…) Aber auch Adelsheim bemüht sich (siehe Adelsheim leuchtet!)

 

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Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte…

möchte ich etwas gegen das Dörfersterben, Lokale- und Geschäfteniedergang tun. Schulen und Kindergärten schließen. Das macht mir richtig Sorgen.

 

Zugereiste Stadtmenschen…

sind hier überall willkommen.….

 

Wenn ich alt werde…

möchte ich in einem Mehrgenerationenhaus leben…

 

 

 

 

 

 

Die versammelten LandLebenBlogMenschen kann man übrigens hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Menschen.

 

Der Versuch einer kleinen Serie: Menschen.

Persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

 

Heute:

Bernolph von Gemmingen.

 

 

 

Geboren in…

Stuttgart…

 

Jetzt…

wohne ich im schönen Neckartal auf der Burg Guttenberg….

 

Burg Guttenberg Ansicht Schildmauer Konrad Plank, Querformat

 

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdiene ich auf dem Land (Holzhandel, Forstwirtschaft und Tourismus) aber auch in der Stadt (Stiftungsmanagement)…

 

 

Warum ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Provinz?

Weil meine Familie hier seit 1449 lebt.

 

 

Darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen…..

Natürlich – ich habe auch 6 Jahre in einer Großstadt (Frankfurt am Main) gelebt. Ich lebe gerne hier auf dem Land, freue mich wie ein Schnitzel, an jedem Donnerstag zur Arbeit in die Stadt zu fahren und bin abends dann gottfroh, wenn ich wieder aufs Land darf.

 

 

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An einem sonnigen Sommertag…

sitze ich gerne bei uns auf der Terrasse und schaue auf das Tal und die bewaldeten Hügel….

 

An einem verschneiten Wintertag…

gehe ich gerne durch unseren Wald und genieße die Stille….

 

 

Gut essen…

kann ich auf dem Land häufig besser (Löwen in Leingarten, Ochse in Nüstenbach, Friedrichsruhe in Öhringen…) als in der Stadt.

 

 

Theater, Konzerte, Museen….

gibt es in der Stadt viel mehr und häufig besser.

 

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte….

würde ich die Nahverkehrsanbindung der Städte an den ländlichen Raum erheblich verbessern.

 

 

Zugereiste Stadtmenschen….

beleben unser ländliches Dorfleben, bringen sich häufig viel stärker ins Gemeinwesen ein und sind ein großer Gewinn!

 

 

Wenn ich alt werde…

werde ich weiterhin gerne hier wie auch dort sein.…..

 

 

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Die versammelten LandLebenBlogMenschen kann man übrigens hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

Menschen.

Ich beginne das LandLebenBlogJahr mit einem Experiment.

Menschen. soll die kleine Serie heißen, die in loser Folge (und mit einem vorgegebenen Fragenkatalog) Menschen vorstellt, die hier im Odenwald leben. Schon immer oder neu hinzugezogen.

Kleine persönliche Schlaglichter aus der vermeintlichen Provinz.

Den Anfang macht (Tusch!):

 

Jan Pascal, Musiker.

Gitarre am See

 

Geboren…

am 22.4.1975 in Würzburg, aufgewachsen, prägende Zeit, Lebensthema Gitarre, erste Band gefunden, die erste große Liebe, Silvesterparty: natürlich in Buchen im Odenwald!

Mit 15 Jahren – reaktionäre Flucht, hinaus in die Welt.

 

Jetzt….

bewohne ich seit 14 Jahren das Großelternhaus, fahre immernoch hinaus, hole aber auch mal die Welt herein, genieße die stoische Abgeschiedenheit der irgenwie wohltuend unspektakulären, kleinhügeligen Natur des Odenwaldes mit seinen Wäldern und Menschen.

 

Meinen Lebensunterhalt…

verdiene ich mit meiner Gitarrenmusik, Konzerte vorwiegend in Deutschland, aber auch mal in die schöne Schwyz, Italien oder Spanien.

 

Warum ausgerechnet hier, in der vermeintlichen Provinz?

Ich kann es mir hier genau leisten. Das Haus, die Lebensqualität vom Bioei zum Ökoholz, hier kann ich mir und meiner Familie ein wirklich gutes Leben leisten. Gute Luft, da geht’s schonmal los, tägliche Spaziergänge mit den Hunden, die Katze, der Garten, die Ruhe,gutes Essen, Raum für Freunde, das ist für mich schlicht die Essenz von Leben. Abklingen von den modernen Neurotizismen der Städte, in die ich gerne fahre – zum Spielen, für den Rausch, die Menschen, Inflation von Kultur, Konsumismus.

Wenn ich nachts das Garagentor öffne, steige ich aus und höre in die Sterne. Und dann fühle ich mich gesund und lebendig und wohlig.

Diese Ruhe. „Wir musizieren aus der völligen Ruhe“, höre ich meinen alten Lehrer Herrn Herbst am BGB nochimmer sagen.

 

Darüber nachgedacht, in eine Großstadt zu ziehen…..

Ja, mit 18, nach Berlin. Mit 24, nocheinmal. Berlin oder Buchen?

In Kreuzberg nachtens auf einer wilden Jazz-Session spielen oder in Buchen ein Haus übernehmen und den Kartoffelkeller mit Erdnähe zum Tonstudio machen?

 

An einem sonnigen Sommertag….

gehe ich im Morretal am Stürzenhardter Brückle mit den Hunden, liege ich mal am Eutersee und erfrische die Gedanken, sitze ich im Schatten des Gartens und spiele Gitarre, während meine Kinder herumflitzen.

 

An einem verschneiten Wintertag….

schaue ich vom Klavier zum Fenster auf die Vogelkästchen und freue mich an der belebten Haferflockenschmalz-Verköstigung.

 

Gut essen…

bekommen wir täglich aus dem Garten, Schwiegervaters Biohühnern oder vom hingebungsvollen Rind auf der Weide am Wartturm, das sich für uns opfert. Wow. Das klingt hart. Ich finde es natürlich. Ein gutes Rinderleben ohne Transporte auf der Weide vorausgesetzt.

Und, wir kennen das Tier vom Spazierengehen.

 

Theater, Konzerte, Museen….

gibt’s hier inzwischen auch schon recht üppig, jedenfalls 100% mehr als in meiner Jugend, als nicht einmal eine Musikschule existierte.

Als ich 1999 wieder nach Buchen zog, scheute ich mit 1 Jahr lang aus HD – MOS zu machen. Doof. Ich hoffte, dass die neuen Medien und die Entwicklung Fortschritte machen. Ich glaube, das ist nun zu sehen.

Und fahren, fahren mußt Du in der Stadt auch.

 

Was ich liebe?

Bäcker, Apotheke, Sprudelkasten, Behördengang und Hausarztbesuch verschlingen maximal zwei Stunden. In der Stadt: vier. Zwei Stunden mehr zum Lustwandeln.

Es ist vielleicht lediglich eines zu erwähnen. Ja, die Sozialisation. Das ist ein Thema, dem man am besten mit Wille und Eigenheit entgegnet. Die Natur des Odenwälders zu studieren, seine Riten, do’s und don’t’s. Samstag Strasse kehren, am Sonntag in die Messe… das lese ich schon in den Memoiren meines Urgroßvaters aus der Jahrhundertwende. Hmmm. O.k. Man kann es nicht leugnen, die Sozialisation ist dürftig. Es gibt kein 5,- Euro allyoucaneat Sonntagsbrunch mit hübschen Biologiestudentinnen und live-Musik. Dafür aber auch keine Visitenkarten-wo-hast-Du-gerade-Praktikum-gemacht öde Partys mit Schnösel-Kosten-Nutzen-Abwägungs-Garantie.

 

Wenn ich hier etwas ändern müsste/könnte….

wäre es die gewerbliche Flächenversiegelung einerseits zu stoppen und der Innenstadtverödung andererseits entgegenzuwirken. Dazu würde ich, wenn ich mal was beiseite hätte, in Buchen ein „Café del mundo“ eröffnen, einen Laden mit Kaffee und Mikrofon und weltgereistem Charme. Tasse Kaffee mit Begegnung: 2,50,- Euro

 

Zugereiste Stadtmenschen….

Welcome in heaven – enjoy! I’ll show you the most interesting places.

 

Wenn ich alt werde…..

werde ich vielleicht weise.