Pas de Deux.

Früher, also damals, in Berlin, war das ja so: wenn das Kind krank war, kochte Muttern Griesbrei mit Kirschen, zum Gesundwerden.

 

Heute bekomme ich ein wabbeliges, blutiges Paket in die Hand gedrückt. Feinste Rehleber, frisch vom nächtlichen Schuß. Mit den besten Wünschen zur Genesung. 

 

Wenn ich die jetzt Berliner Art zubereite, schließt sich vielleicht irgendwie der Kreis.

 

 

 

Kühlkammer

Mal wieder ohne Vorwarnung bei Freund H. in den Kühlschrank geguckt.

 

 

 

 

 

 

Der Vollernter.

Manchmal schaue ich versehentlich – beim Frisör oder vor einer Zahnwurzelbehandlung – in eines dieser Hochglanzmagazine, die sich ganz dem Landleben verschrieben haben. Ich meine, irgendwie haben wir uns ja auch dem Landleben verschrieben, aber irgendwie sieht das bei denen immer ganz, ganz anders aus.

 

 

Erntezeit!, jubilieren die Überschriften in den Hochglanzmagazinen derzeit zum Beispiel, und da buddeln (stellen Sie sich jetzt hier Foto 1 vor) beseelt lächelnde und perfekt geschminkte Frauchen mit Karomusterhandschuhen in der Erde, dann sieht man (Foto 2) einen geflochtenen Weidenkorb mit Erntegut, eine dekorativ leicht-verschmutzte (Foto 3) kleine Schaufel mit Griff aus Mahagoniholz und dann (4. Foto) eine Impression aus der Küche, wahlweise ein Einmachglas in Großaufnahme oder einen dampfenden Topf oder Teller in gestylter Rustikal-Küche. Manchmal auch einen glücklichen Ehegatten und zwei Kinder (Fotos 5,6,7,8), die das fertig zubereitete Erntegut zum hungrigen Munde führen. Vielleicht auch einen zotteligen Hund, neben dem Tisch, so einen süßen, wie es sie überall auf dem Land gibt.

 

 

So einen süßen Hund hätten wir auch zu bieten, genauer gesagt, gleich zwei davon. Allerdings nicht neben, sondern unter dem Tisch, verängstigt, verschreckt, zitternd und mit eingeklemmtem Schwanz. Dabei erntet Geo nur. Was der Garten grad so hergibt. Aber eben irgendwie anders als in diesen Magazinen.

 

Mangold 1

Ja, geflochtenes Weidenkörbchen wäre hübscher.

 

In der vergangenen Woche war Mangold dran. Mangold hat ja die Unart, sich völlig unkontrolliert auszubreiten, oder Geo hat die Unart, viel zu viel Mangold auszusäen, wer weiß das schon, jedenfalls schleppt mein Geo Plastikwanne um Plastikwanne mit den dunkelgrünen Blättern Richtung Terrasse und dann in die Küche. Das Zeug will ja verarbeitet und eingefroren werden. Geo pflückt und flucht und schleppt und pflückt und schleppt und flucht, es nimmt kein Ende. Schleppt mit seinen Schuhen einen Hektar Gartenerde in die Küche, überall klebt und knirscht die feuchte schwarze Erde, alles aus gutem Rudi-Steiner-Kompost, lobt Geo, er walzt wie ein brummender Vollernter zwischen Herd, Gefrierkombination und Geschirrspüler hin und her und kickt einen weiteren tennisballgroßen Erdklumpen Richtung Frühstückstisch.

 

 

Über dem Herd dröhnt auf Stufe 5 der Dunstabzug, das Gerät brüllt gegen das kochende Wasser an, in das nun mit einem Schwung grüne Blätterhaufen versenkt werden. Blätterhaufen rein, brodeln lassen, triefenden Blättermatsch mit dem Schaumlöffel rausheben, dann mit dem triefenden Blättermatsch auf dem Schaumlöffel: einmal… zögernd…. um sich selber drehen….., wohin jetzt mit dem grünen Blättermatsch…?, das grüne Matschwasser ergießt sich durch die Schaumlöffellöcher sturzbachartig auf den schicken Küchenboden und vermengt sich mit den Erdklumpen, dann, mit Blick auf eine Schüssel am anderen Ende der Küche: Aha!, hier tun wir das nun erstmal rein und warten, bis es abgekühlt ist!

 

Mangold 8

Blattmatscher.

 

Geo zögert in der Regel nur, wenn er mit tropfendem Blättermatsch auf Schaumlöffel mitten in der Küche steht und alles tropft, ansonsten arbeitet er durchaus zügig. Die Abzugshaube dröhnt, das Wasser kocht besessen, Fenster und Terassentür beschlagen, Geo kämpft sich fluchend durch Dampfschwaden und Blätterberge, trennt mit dem Metzgerbeil grünes Blattwerk von weißen Stielen, die Stiele türmen sich, arme-Leute-Spargel, ruft er verächtlich, das kriegen nachher noch die Hühner!, winzige Blätterteilchen fliegen gegen weiße Schranktüren und bleiben dort kleben, wo geerntet wird, da fallen Späne undsoweiter, Fuhre um Fuhre Blätterhaufen wird blanchiert, auf dem Fußboden schwappen Erdklumpen durch grünes Blattmatschwasser, die Hunde sitzen verschreckt unterm dem Tisch und geben keinen Mucks mehr von sich, während Geo mit wild abstehenden verschwitzten Haaren Daseinsvorsorge! in den infernalischen Lärm hineinruft, bevor er dann in weitausholenden Bewegungen die Mangold-Stiele zerhackt, für die Hühner. Zumindest die, die noch nicht in der grünen Matscherde auf dem Fußboden mitschwimmen. In diesen Momenten weiß ich nicht, ob mein Geo mich an Jack Nicholson in Einer flog über das Kuckucksnest erinnert, oder an Jack Nicholson in Besser geht’s nicht.

 

So oder so: Erntetage sind aufregende Tage.

 

 

Mangold 5

Alles eine Frage des Stiels.

 

Mangold 4

Hacken für die Hühner.

 

 

In den Hochglanzzeitschriften, die ich dann und wann versehentlich durchblättere, beim Frisör, oder beim Zahnarzt, ist manchmal vom meditativen Charakter der Gartenarbeit die Rede. Von der Ruhe, die zu Innerer Kraft und Größe führt. Von der Buddelei als Bewußtseinserweiterung. Ich kann das also nur bedingt unterschreiben. Wobei es durchaus meditativ sein kann, nach einem von Geos Erntezügen die Küche zu putzen, Bahn für Bahn mit dem Schrubber entlangzufahren, und mit Innerer Größe und einer gewissen verzweifelten Würde den knirschenden Erdklumpen zuzuschauen, wie sie im Wischeimer ihr Bewußtsein erweitern, und meines gleich dazu: Ich glaube, nach der nächsten Mangold-Ernte werde ich die Küche nicht mehr putzen, sondern gleich renovieren.

 

 

Mangold 6

Zwei Stunden Arbeit für dreimal Beilage, wenn das kein Preis-Leistungsverhältnis ist.

 

 

 

Fangen.

Abendessen fangen.

Auch mal eine Erfahrung.

Eine leckere Mischung aus Tom Sawyer und McDrive.

 

Refugium am Waldesrand.

Gastfreundliches Refugium am Waldesrand. Wer einen Kompaß lesen kann, findet es sogar.

 

Einmal Forelle, bitte.

Einmal Forelle, bitte.

 

Ja, da kiekt Ihr.

Ja, da kiekt Ihr.

 

Kann man drehen und wenden, wie man will. Schmeckt einfach.

Kann man drehen und wenden, wie man will. Schmeckt einfach.

 

Speisekarte für Analphabeten.

Speisekarte für Analphabeten.

 

Gebraten wird über einem Dieselmotor. Aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden.

Gebraten wird über einem Dieselmotor. Aber vielleicht habe ich das auch falsch verstanden.

 

HInterher essen wollen, aber vorher nicht zugucken können. Das hamwa gerne.

Hinterher essen wollen, aber vorher nicht zugucken können. Das hamwa gerne.

 

Laubenpieperlaube is ja nett. Hütte mit See mitten im Wald is besser.

Laubenpieperlaube im Steglitzer Forst is ja ganz nett. Hütte mit See mitten im OdenWald is besser.

 

Ein Abend im Unterholz. Mit echten Odenwäldern. Man lernt nie aus.

Ein Abend im Unterholz. Mit echten Odenwäldern.

 

Sehr schön wars wieder.  Man lernt nie aus. Danke dafür.

Sehr schön wars wieder. Man lernt nie aus. Danke dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

Putologie.

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Auf der HundeRunde an einem Putengehege vorbeigekommen. Und mit dem Bauern geschwätzt. Der Sohn hat in seiner Ausbildung zum Metzger mit großen Putenbetrieben zu tun gehabt. Und da hat er sich geschworen: Niemals. Jetzt ist der Sohn halb Metzger, halb Freilandputenhalter. Die kriegen Sojaschrot und Weizen zugefüttert, alles genfrei, wir wollen das schon richtig machen. Wenn schon, denn schon.

 

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Jeden November wird geschlachtet. Bis dahin stehen die Puten und die Puteriche auf der Weide, obs regnet oder schneit. Das hier ist die amerikanischew Ur-Rasse, die sind robust. Werden 15, 20 Kilo schwer. Neun Euro kostet am Ende das Kilo, küchenfertig verpackt und beschriftet. Wir hatten schon immer Vieh, und wir haben schon immer Fleisch vermarktet. Aber mit den Puten und dem Schlachten tue ich mich schwer. Man entwickelt ja doch irgendwie Gefühle.

 

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Werbung? Oh, gehn Sie fort. Wir haben so schon viel mehr Kunden, als wir überhaupt beliefern können. Die Kundschaft kommt aus Stuttgart und aus Ludwigsburg, aus Heilbronn und Mannheim. Neulich kam sogar einer mit Münchner Kennzeichen. Irgendwie hat sich das rumgesprochen.

 

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Und die Leute aus den Dörfern drumherum? Die einheimischen Nachbarn?

Die kaufen in der Regel nichts bei uns. Die kaufen Putenschnitzel vielleicht dann doch noch lieber im Discounter.

 

 

 

 

Blaumanns Erzählungen.

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Bei uns bestimmt Frau Thun das Tun im Garten. Nicht, weil wir wirklich an das glauben würden, was sie sagt. Oder weil sie so gewinnend aussähe. Sondern weil ja irgendwer schuld sein muß, wenn mal was nicht wächst, sagt Geo.

 

Das leuchtet sogar mir ein.

 

Also: vergangenes Wochenende Kartoffeln gesetzt. Wurzeltag, sagt Frau Thun, (oder sagt sie Knollentag? Was weiß denn ich.) Also abends gegen 20 Uhr (sagt auch Frau Thun) raus in den Modder. Andere Leute sitzen da vor der Glotze und gucken einen schönen Film. Rosamunde Pilcher oder so.

 

 

Blaumännchen in Aktion.

Blaumännchen in Aktion.

 

Furchen ziehen, Erde auflockern, Rudi-Steiner-Kompost rein (befiehlt Geo, Frau Thun sagt dazu gar nichts, glaube ich. Die setzt das einfach so voraus.),  Kartoffeln oben drauf.

 

 

Rudi-Kompost.

Rudi-Kompost.

 

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Erde wieder drüber. Und immer schön häufeln!, schnauft der schippende Geo durch die Abendstille.

 

 

Gehäufelt. Na, bitte.

Gehäufelt. Na, bitte.

 

 

Am Ende der Plackerei ruhen wir aus und lauschen dem Gesang meiner Bandscheiben. Im vergangenen Jahr haben sie deutlich lauter gesungen, also immerhin.

 

 

Und weil Geo es ja immer ganz genau wissen will, schaut er nochmal bei Mutter Thun nach, welche Sternenkonstellation denn unsere Kartoffeln nun wohl brauchen in den nächsten Wochen. Irgendjemand muß ja schuld sein, wenns nix wird, sagt mein Geo weise. Und stellt kurz darauf fest, sehr un-weise, daß er sich leider wohl vertan hat. Der Frau Thun ihr Wurzeltag ist erst an diesem Wochenende. Also heute oder morgen, sozusagen.

Wir waren sieben kosmisch unkorrekte Tage zu früh. Die grimmige Frau Thun hätte schön geschimpft. (Falls Antroposophen überhaupt schimpfen. Wahrscheinlich eher nicht.)

 

 

Die blöden Kartoffeln buddeln wir jetzt aber nicht wieder aus, sagt Geo.

Nö, sage ich. Aber irgendwer wird dann schon schuld sein, wenns nix wird.

 

 

 

 

 

 

Waidmannsheil und Zahnarztdank.

 

 

Gehste zum Zahnarzt, und zwischen Betäubungsspritze, kreischendem Bohrer und würgereizendem Knetmassenabdruck hält der Gute plötzlich nachdenklich inne.

Oh weh, jetzt kommts, denkste. Alles muß raus, oder so.

Was das wieder kostet. Brücken, Kronen, Implantate.

 

Foto:  ©Michael Horn/pixelio

Foto: ©Michael Horn/pixelio

 

Hatten Sie nicht mal erwähnt, Sie würden auch mal ein Stück Wild probieren wollen?, tönt es in Dein ägnstliches Nachdenken hinein dumpf hinter dem Mundschutz.

Hm-Hm, sagste laut und deutlich und erleichtert, in dem aussichtslosen Bemühen, den röchelnden Spucke-Sauger zu übertönen.

 

Na, dann: Moment!

 

Zwei Minuten später liegste schon nicht mehr alleine auf dem Behandlungsstuhl. An Deiner Seite, besänftigend und friedlich mit Blick auf Spritzen, Bohrer, Wattestäbe: ein kleines Hirschkalb. Eingeschweißt und küchenfertig. Zum Vorzugspreis. Von wegen treue Kundschaft und so weiter.

 

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Und da sage noch einer was gegen Zahnarztbesuche.

Ich liebe sie.

(zumindest die im Odenwald.)

 

 

 

 

 

Ausgeschlachtet.

Dürfen wir vorstelen? Gerlne Gertraud und Trudi. Oder so ähnlich.

Dürfen wir vorstellen? Gerlinde, Gertraud und Trudi. Oder so ähnlich.

 

Wir kannten die Damen persönlich. Gestern abend haben sie dann ihre letzte große Reise angetreten, per PKW aus dem Nachbardorf Richtung unserer Kühltruhe. Das wars jetzt aber für diesen Winter, sagt unser freundlicher Hühnerlieferant, der die Tiere erst mit Hingabe großzieht, um sie dann ganz unsentimental um die Ecke zu bringen. Hat sich aus-geschlachtet für dieses Jahr.  Drei Hühner a jeweils 3 Kilo, damit müssten wir über die nächsten Monate hinkommen.

Küchenfertig zubereiten müssen wir sie selber. Ist nicht immer lecker. Hilft aber nix, wenn man nun mal Fleisch essen will.

Hähnchenklein. Sauerei.

Innenansichten vom Huhn. Eine Sauerei.

 

Am Anfang habe ich mich schwergetan. Mit der Zubereitung,  vorallem aber mit dem Geschmack. Ich kannte  nur Hähnchenfleisch, das – 1,99 fürs Kilo  –  auf der Zunge zerging wie Mehlbrei. Das hier schmeckt nach frischer Luft und viel Bewegung. Eine Herausforderung für die großstädtisch geprägte Kaumuskulatur.  Gewöhnungsbedürftig zunächst. Heute würde ich etwas anderes nicht mehr essen wollen, und selbst im Restaurant mache ich einen Bogen um Geflügelgerichte, wenn ich nicht weiß, wo und wie das Tier aufgewachsen ist. Nicht nur wegen bio und öko und schlechtem Gewissen und erhobenem Zeigefinger, sondern auch und vorallem wegen des Geschmacks.

 

Das sind meine eigenen. Die werden nicht gegessen. Sentimentale Großstädterdoppelmoral.

Das sind meine eigenen. Die werden nicht gegessen.
Sentimentale Großstädterdoppelmoral.

 

 

Wildfleisch und Geflügel bestimmen unseren Speiseplan. Reh und Wildsau vom Jäger, die Hühner, siehe oben, aus der Nachbarschaft. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Braten bei einem Metzger gekauft habe.

 

Während mir der Jäger hier das Reh verzweifelt hinterherwirft, für 5 bis 10 Euro das Kilo, küchenfertig zubereitet, verpackt und ordentlich mit Abschuß-Datum versehen, müsste ich in München auf dem Viktualienmarkt aktuell 40 Euro für das Kilo Rehrücken hinblättern. Immer noch 18 Euro für ein Kilo Gulasch. Und wüsste dann noch nicht einmal, ob es sich um ein weißrussisches, tschechisches oder deutsches Reh handelt. Womöglich eines aus dem Aufzucht-Gehege, ungenießbar inzwischen für unsereinen.

Für das glückliche drei-Kilo-Huhn aus dem Nachbardorf zahle ich 20 Euro. Sieben Euro fürs Kilo. Ein Bioland-Hühnermann in der Stadt verlangt derzeit so um die 11 Euro fürs ganze Huhn, wer nur die Brust haben will, ist dann schon mit 28 Euro fürs Kilo dabei.

Landleben als absoluter Luxus. Ein Luxus auch fürs ökologischethische Gewissen. Einer, den ich mir zugegebenermaßen so nicht erlauben könnte, wenn ich noch in der Stadt leben würde.

 

Und die Moral von der Geschichte? Keine Ahnung. Alles furchtbar kompliziert. Seitenfüllend. Abendfüllend. Unbefriedigend. Und ich muß jetzt eh in die Küche, nach dem Hühnerfond schauen, den wir stundenlang simmernd  aus Getrudes, Gerlindes und Trudis Resten dann auch noch machen. Für den Winter.

 

 

 

Blaumanns Erzählungen.

blaumann

 

Urlaubsfaulenzerei endgültig vorbei.

Gehegelöcher gestopft und das Areal in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Würden die in Stadelheim schön gucken. „Sieht richtig italienisch aus“ sagt Geo mit Blick auf das… naja …..etwas Provisorische der Konstruktion, und man weiß dann nie, ob er es anerkennend oder abfällig meint. Weil er aber selber 16 Jahre lang Bauer in Italien war, nehme ich es mal als Kompliment.

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Ende Gelände. Fluchttunnel beseitigt.

 

Die Deutschen Riesen sind beleidigt, aber wir haben schon die nächste Blaumannbaustelle: Die Krönung eines jeden Gärtnerjahres: Kartoffelernte. Da können nicht mal wir viel falsch machen. Und es gibt tatsächlich nichts Schöneres, als auf dem Boden herumzukriechen und in der feuchten schwarzen Erde zu wühlen und die goldgelben Kartoffeln da rauszubuddeln, eine nach der anderen, Geo schippt und stemmt mit dem Spaten, ich sammle und putze grob ab und werfe in die Körbe und komme gar nicht hinterher. Der Rücken singt mir derweil das Lied vom doppelten Bandscheibenvorfall, aber wir übertönen es einfach mit entzückten „Ooooh!“ und „Aaaah!“-Rufen.

spaten

kartoffelernte2

 

kartoffelernte1

regenwurm

Im Garten unsere besten Freunde.

 

Am Ende haben wir aus zwei kleinen Reihen knapp 50 Kilo Kartoffeln geerntet. Das dürfte eine Zeitlang reichen. Wenn nicht, müssen wir halt was anderes essen. Gekaufte Kartoffeln aus dem Supermarkt kommen definitiv nicht auf den Tisch. Wegen der Gärtnerehre. Und wegen dem Geschmack. Ich frage mich mal wieder, wie es so lange dauern konnte, bis ich endlich wußte, wie eine echte Kartoffel schmeckt.

 

ernte