Blaumanns Erzählungen.

Blaumann

 

Da verstehe noch einer den Odenwald. Urdeutsche Erbsen und Bohnen murkeln trostlos vor sich hin, während der Knoblauch zu wahrer Größe aufläuft.

Naja, wenigstens was.

 

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In den Eiern unter Madame tut sich auch rein gar nichts. JoHahn ist ein Looser.

Dabei hätten sich die Küken sicher über den Knoblauch gefreut.

 

Und was aus den Weintrauben Tomaten wird, wagen wir noch nicht zu prognostizieren. Die Anfänge sind vielversprechend.

 

Wenn ich groß bin, werde ich eine sibirische Riesentomate. Irgendsowas haben die bei manufactum versprochen.

Wenn ich groß bin, werde ich eine sibirische Riesentomate. Irgendsowas haben die bei manufactum versprochen.

 

 

So wird man bescheiden, in Badisch-Sibirien, auf 550 m ü NN.

 

 

 

Blaumanns GewitterErzählungen.

Blaumann

 

 

Sieht ja romantisch aus, so ein Landgewitter. Zumindest, wenn man drinnen sitzt. Während draußen die Blitze zucken und die Donner donnern. Wie dieser Tage.

 

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Hach, wie gemütlich. Noch.

 

 

Irgendwann donnern sie aber nicht mehr, irgendwann knallen sie nur noch. Die Blitze kommen von allen Seiten, senkrecht, waagerecht, quer über den Himmel, aus allen Richtungen. Es fühlt sich an, als habe der Wettergott da oben einen jähzornigen Tobsuchtsanfall.

Grimmig wirft er mit Blitzen um sich, einen davon schleudert er im Nachbarort in einen Dachstuhl, damits der Feuerwehr an diesem Abend ja nicht langweilig wird. Der eisengraue Himmel, wie eine riesige Kuppel und nicht ausgebremst von Häuserfronten oder knallgrellen Reklamewänden, schaltet das Licht an und aus, an-aus-an-an-an-aus. An.

 

Dann legt Petrus noch eine Schippe drauf und wirft mit Eis um sich.

 

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Aua, aua.

 

Die Möhrensamen schwimmen davon, junger Salat und Kohl gehen unter den eisigen Maschinengewehrsalven in die Knie. Auch der Raps draußen auf dem Feld kriegt sein Fett ab. Nur wenige Minuten dauert der Angriff, dann ist alles vorbei. Und vieles hin.

 

An solchen Tagen hat die Großmutter am Fenster gestanden und zuschauen müssen, wie ihr die Existenzgrundlage für das ganze Jahr zerstört wird, sagt ein befreundeter Landwirt, während wir die Schäden begutachten. Ist heute alles nur noch halb so wild, Versicherungen undsoweiter.

Trotzdem tut es jedesmal noch weh. 

 

 

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Halleluja.

 

 

Na, endlich.

Na, endlich.

 

Na, also.

Na, also.

 

Na, super. Geht doch.

Na, super.
Geht doch.

 

Schlechtes Wetter kann gut sein.

Mitunter.

Hab ich auf dem Land gelernt.

 

So ganz überzeugt bin ich nicht.

 

Aber wir wollns mal glauben.

 

 

 

P.S.:

Bauernregel Nummer 17:

April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken. Eben drum.

 

 

 

 

 

 

Gelb!!

 

 

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Gelb erfreut das Auge und dehnt das Herz aus. Meint zumindest Goethe.

 

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Sitzen überall die Rehe drin. Freut den Hund.

 

 

Und den Jäger auch. Ähem.

Und den Jäger auch. Ähem.

 

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Macht Gelb neidisch? Oder macht Neid gelb?

 

 

 

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Ach ja, die auch.

 

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Wird alles Öl. Und Kuchen.

 

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Übrigens: Brassica napus ist aus einer Bastardisierung von Rübsen und Gemüsekohl hervorgegangen. Was nun immer das auch heißen mag.

 

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Ist das nun Doppelnullraps oder Plusnullraps? Diese Frage bleibt noch offen.

 

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Europäische Königstöchter trugen im Mittelalter oft gelbe Gewänder. Na also, passt doch.

 

 

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Zuviel Gelb schadet dem Gehör. Klingt wie eine laut geblasene Trompete. Behauptet Kandinsky. Ist mir aber wurst.

 

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Bleizinngelb oder Neapelgelb: Wie hätten Sies denn gerne?

 

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Morgenstund hat Gelb im Mund.

 

 

 

Und wers ganz genau wissen will, soll gefälligst hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

Blaumanns Erzählungen.

Blaumann

 

Was vom Jahr übrigblieb: Dem gefrorenen Boden mit der Spitzhacke drei gigantische Sellerieknollen (Apium monsterosatis) abgerungen (Geo, mein Held.).

Für die Sieben Zwerge hinter den Sieben Bergen wärs genug, sagt der sellerieerfahrene Gatte mit undefinierbarem Gesichtsausdruck. Na, also.

Wieder mal ohne jedes Maß und Ziel, diese Ernte

Wieder mal ohne jedes Maß und Ziel, diese Ernte.

 

Mit Lauch und Möhren zu Suppengemüse gemacht. Beides zugekauft. Bitter, sowas.

Stundenlang Schalen, Reste, Strünke zu Hühnerklein verarbeitet. ChickenMenue für gute Legeleistung. (Manchmal wundere ich mich darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit mir inzwischen Worte wie Legeleistung über die Lippen kommen. Aber das nur am Rande.)

 

Hühnerklein.

Hühnerklein.

 

 

War ein vermurkstes Erntejahr.

 

Äpfel: verwurmt.

Pflaumen: noch schlimmer.

Möhren: verschweigen wir an dieser Stelle.

Lauch: auch.

Feldsalat: davongeschwommen.

Erbsen: 34 Stück. Oder 35. Immerhin.

Wirsing: den Schnecken hats geschmeckt.

Nüsse: Keine. Niente.

Als Selbstversorger wären wir verhungert.

Aber Kartoffeln pur schmecken ja auch. Wenigstens was.

 

 

 

Lacht Ihr nur.

Stilleben mit kleiner Zitrone.

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Dieses Exemplar unserer Rekord-Möhrenernte Zwanzig-Dreizehn ist natürlich ein Ausreißer. Etliche waren deutlich kleiner. Die haben wir den Hasen gegeben. Für die Zahnlücken, die sie nicht haben.

Die meisten waren aber deutlich (deutlich) größer. Siehe da:

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(Ja, Ja. Lacht Ihr nur.)

„Aber wie die schmecken!“ Genau!

Das nächste mal nix Bio-Dünger a la Rudi Steiner. Das nächste mal haun wir da Chemie rein, daß es kracht, habe ich beschlossen.

Rudolf Steiner kann mich mal. Der war vermutlich nie im kargen Odenwald.

Außerdem habe ich eine Anfrage beim Guiness book of records gestellt. Wer weiß, vielleicht gewinnen wir ja einen Möhren-Ein-trag, wenn wir schon keinen Möhren-Er-trag haben.

(Ja, ja. Lacht Ihr nur.)