In einem kühlen Grunde.

1. Juni 2015

Ja, das hätte ich mir vor Jahren auch noch nicht träumen lassen, daß ich mal ständig mit Deutschem Liedgut in Berührung komme. Ist hier aber so, auf dem Land. Dauernd singt irgendein Chor deutsche Volksweisen. Gestern erst wieder, bei der Saisoneröffnung des kleinen Dorfmuseums in der Nähe, ein halbes Dutzend junger Männer in Jeans und Freizeithemden, singen In einem kühlen Grunde. Wenns keiner gesehen hätte, ich hätte geflennt, so schön war das.

 

Muß ich mir Sorgen machen?

 

 

 

 

 

 

  • 6 Kommentare
  • Klaus Müller-Blask 1. Juni 2015
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    Es ist ja aber auch ein wunderschönes Lied und wurde soviel ich weiß in Heidelberg geschrieben.

  • Astridka 1. Juni 2015
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    Ich habe sie auch alle noch im Kopf, doch die Kehle streikt, weil mir das so ganz durch diesen Nazi – Missbrauch verdorben ist. Manchmal wäre ich bei diesen Melodien so gerne im Stande der Unschuld, denn sie sind ja wirklich schön. Ach, ist das alles manchmal schwierig…
    LG
    Astrid

  • Provinzei 1. Juni 2015
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    Es ist in der Tat die Frage, wer oder was Uns Deutschen diese Kultur genommen hat.
    Ich denke nicht, daß die Nazis daran schuld sind, die hatten ja selber keine Kultur, außer Marschmusik.
    Oder war es doch der überbordende Nationalismus, der es den Leuten vergällt hat?
    Ich denke nein, da die 40er Jahrgänge, die nach dem Krieg sozialisiert wurden, das „deutsche Liedgut“ durchaus noch sehr gut kennen. Ein Freund, 73 Lenze jung, hat die ganzen Dinger noch voll drauf. Aber deren Lehrer waren ja auch noch die alte Garde. Hmm..
    Es sind dann eher die 50er und 60er, die diese Kultur total ablehnten und der nordamerikanischen Kultur voll auf den Leim gingen. Zum Teil sicher auch durch die Vordenker der 68er.
    Oder war das alles von langer Hand vorbereitet ? ( Verschwörung Verschwörung ) Natürlich nicht.
    Aber es macht traurig, wenn man bei anderen Leuten am Feuer sitzt, Türken, Italiener, Brasilianer, und denen dann die ganze Nacht zuhört aber selbst nichts beitragen kann.

  • Roswitha 1. Juni 2015
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    Irgendwann war ich mit einer Jugendgruppe zu einem internationalen Treffen in Frankreich. Abends am Lagerfeuer sang jede Gruppe ein Lied aus ihrer Heimat. Es war wunderbar, bis unsere deutsche Gruppe singen sollte. Sie wollten nicht, begannen dann verhalten, von den im Wald rasenden Affen zu singen. Das Lied wurde am Ende gegrölt – ich schämte mich.

    Ich gehöre zur ersten Generation der „nach dem Krieg“ geborenen, der Heimatbegriff war uns lange suspekt. Wir wollten WeltbürgerInnen, mindestens EuropäerInnen sein!

  • Peer van Daalen 1. Juni 2015
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    Nein! Du musst Dir keine Sorgen machen!!! Wieso auch? Wegen dem Österreicher mit dem komischen Bärtchen? Was hast Du, Ich, meine Tochter (ohne die ich das alles wahrscheinlich beinahe für immer vergessen hätte) oder weiß der Geier damit zu tun??? Nix! Also sing …

    http://www.volksliederarchiv.de/

    Keine Angst …!

  • Provinzei 1. Juni 2015
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    Ich mache mir schon Sorgen.
    Es ist ja nicht nur das Liedgut.
    Dialekt verschwindet ja auch.
    Schwäbisch wird lächerlich gemacht,
    die Kinder „sprechen“ alle, weil es
    vom Kultusministerium so vorgeschrieben wird.
    Kulturlandschaften verschwinden,
    Baumwiesen, Hecken, heimische Pflanzen und Tiere.
    Z.B. Feldlerche.
    Bau und Siedlungsgeschichte verschwindet,
    „des alde Glumb“ wird einfach abgerissen.
    Ganze Straßenzüge verschwinden mitsamt Straße,
    seelenlose Wohnanlagen ersetzen gewachsene Siedlungen.
    Auch auf dem Dorf !!!
    Ersetzt wird das Ganze durch Disney Land und
    lächerliche Mittelaltermärkte.
    Und angeschoben und unterstützt wird die Entwicklung
    größtenteils durch Leute, die sich konservativ nennen und
    von Werten sprechen.
    Kotz !!

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